Physikalische Forschung an Migräne

Der Berliner Forscher Markus Dahlem entwickelt mathematisch-physikalische Modelle, um den schweren Kopfschmerz besser kontrollieren zu können.

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In Deutschland leiden nach Schätzungen rund 6,7 Millionen Menschen an schweren, regelmäßig auftretenden Kopfschmerzen. Doch zur Migräne gehört mehr: Schon vor dem eigentlichen Kopfschmerz können eine Reihe anderer belastender Symptome auftreten.

Dass Migräne viel mit Physik zu tun haben, weiß der Berliner Forscher Markus Dahlem. Der wissenschaftliche Mitarbeiter an der Technischen Universität hat Ende Juli einen internationalen interdisziplinären Workshop zum Thema "Physik und Migräne" organisiert. Mediziner, Informatiker, Psychologen und Physiker diskutierten zwei Tage lang über mathematische Modelle und neue Perspektiven der Migräne-Forschung, wie Dahlem nun im Interview mit Technology Review erläuterte.

Zum schweren Kopfschmerz existieren inzwischen etwa mathematisch-physikalische Modelle, mit denen sich die Auswirkungen auf den Patienten beschreiben lassen. "Wir machen das in der Theorie, teilweise auf einem Blatt Papier, teilweise am Computer und in enger Zusammenarbeit mit klinischen Forschern", so Dahlem, "die liefern uns zum Beispiel Daten aus dem Kernspintomographen, auf denen eine Wanderwelle direkt am Menschen auch zu beobachten ist".

Die Physik habe den Klinikern einiges zu bieten. "Wir schlagen neue Methoden vor, neue Ideen wie die Welle, die Migräne auslöst, besser unterdrückt werden kann." So gebe es den Gedanken, das mit einer transkraniellen Magnetfeldstimulation zu tun, also der Beeinflussung von Gehirnbereichen über ein starkes Magnetfeld. "Dabei könnte die Kontrolle auf die Musterbildung abgestimmt werden."

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(bsc)