Zehn Prozent Ersparnis für Benziner

Ottomotoren haben beim Verbrauch bereits stark gegenüber ihren Dieselpendants aufgeholt. Ihr Problem bleibt die schlechte Effizienz im Teillastbereich - die variable Verdichtung soll hier helfen.

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Auch wenn alle vom Elektroauto reden – ausgedient hat der Verbrennungsmotor noch lange nicht. Besonders der Ottomotor hat noch ein großes Potenzial zur Verbrauchssenkung. Ein neues Verfahren soll Benzin-Aggregate nun gezielt dort sparsamer machen, wo sie gegenüber Dieselmaschinen im Nachteil sind, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 09/09 (seit dem 27. August am Kiosk oder portokostenfrei online zu bestellen).

Das Stichwort dazu lautet "variable Verdichtung". Um die unkontrollierte Zündung des Sprits im Zylinder ("Klopfen") zu vermeiden, orientiert sich die Verdichtung üblicherweise an der Klopfgrenze bei Vollgas. Im Teillastbereich ist die Verdichtung dadurch niedriger als für die Effizienz ideal wäre. Das sorgt besonders im Stadtverkehr für Mehrverbrauch.

Das Aachener Unternehmen FEV Motorentechnik GmbH hat eine Methode entwickelt, mit der sich die Verdichtung je nach Lastzustand des Motors variieren lässt. Das geschieht, indem die Kurbelwelle als Ganzes durch eine exzentrische Lagerung in der Höhe verstellt wird. Auf diese Weise können Verdichtungsverhältnisse zwischen 8:1 und 16:1 realisiert werden, was nach Angaben von FEV den Verbrauch um rund zehn Prozent senkt.

Große Veränderungen des Motorraumes seien dafür nicht nötig – der Mehraufwand bei der Produktion beschränke sich auf rund 250 Euro pro Motor, so FEV. Ein Termin für die Serieneinführung steht noch nicht fest. Laut FEV-Geschäftsführer Stefan Pischinger gehen die Autohersteller aber bereits bei seiner Firma "ein und aus". (bsc)