Fluoreszenzgen zur Tumorerkennung

Eine Forschergruppe aus den USA und Japan will Krebszellen gentechnisch so verändern, dass sie im Körper leichter entdeckt werden können.

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Die Entfernung eines Tumors bringt für den Patienten zumeist auch ein Stück Unsicherheit mit sich: Es ist nie ganz klar, ob es dem behandelnden Chirurg gelingt, alle Krebszellen zu entfernen und somit ein späteres Wiederaufflammen des Geschwürs zu verhindern. Forscher suchen deshalb schon seit langem nach einem Weg, Krebszellen deutlich sichtbar zu machen, damit auch ja kein Tumorteil im Körper verbleibt. Einige dieser Strategien setzen auf fluoreszierende Kontrastmittel oder Nanopartikel wie Quantenpunkte, die sich auf der Oberfläche der Krebszellen anlagern.

Nun erprobt die Firma AntiCancer aus San Diego einen neuen Ansatz: Sie will die Krebszellen aus ihrem Inneren heraus "beleuchten" – mit einem Virus, das den Tumor infiziert und dann ein Fluoreszenzgen einbringt. Das Verfahren wurde in Zusammenarbeit mit der japanischen Okayama University entwickelt und soll dazu führen, dass ein Tumor dauerhaft unter bestimmten Lichtwellen Farbe gewinnt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Diese Art von Funkfeuer gegen den Krebs soll es Operateuren erlauben, Zellen mit größerer Genauigkeit zu entfernen und wiederkehrende Wucherungen schneller aufzufinden.

Als Bote für das Fluoreszenzgen nutzen die Forscher ein Virus namens OBP-401, einen veränderten Erkältungserreger. Er kann in beliebige Zellen eindringen, vermehrt sich aber nur in jenen, bei denen die Telomerase aktiviert ist – ein Enzym, das Krebszellen abgeben und das ihnen erlaubt, sich unendlich zu teilen. Beim Versuch an Mäusen gelang es bereits, Tumorteile aufzudecken und zu entfernen, die mit herkömmlichen Methoden unauffindbar blieben. AntiCancer untersucht gerade, ob die Methode auch am Menschen sicher angewendet werden kann.

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(bsc)