Simulator für die Gehirnchirurgie
Kanadische Wissenschaftler haben ein System entwickelt, mit dem sich komplexe Eingriffe zuvor virtuell üben lassen.
Hirnoperationen sind heutzutage zwar wesentlich problemloser durchzuführen als noch in den vergangenen Jahrhunderten. Riskant sind sie aber immer noch. NeuroTouch, ein neuer Simulator für Ärzte, soll nun die Chirurgie im Kopfbereich revolutionieren – und zwar sowohl in der Ausbildung als auch im Operationssaal, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Entwickelt wurde das System vom Nationalen Forschungsrat Kanadas (NRC). NeuroTouch soll es erlauben, Operationen komplett virtuell durchzuspielen, bevor Bohrer und Skalpelle zum Einsatz kommen.
Hierzu wird zunächst aus Kernspintomographie-Daten ein dreidimensionales, hochauflösendes Modell des Gehirns eines Patienten erstellt. Einmal im System, können Ärzte auf dem Bildschirm Tumore und verschiedene Hirnpartien behandeln. Das Bedienelement ist dabei einem Skalpell nachempfunden.
"Das ist der erste Simulator, der medizinische Bildverarbeitung, Gewebemodelle, Finite-Element-Modellierung, Graphik und Haptik zu einer Patientensimulation integriert", sagt Ryan D’Arcy, Hirnforscher am NRC, der an der Entwicklung von NeuroTouch beteiligt war. "Ein wichtiges Element ist dabei, dass Hirnscan-Daten eingebunden werden." Dadurch könnten kritische Hirnregionen wie das Sprachzentrum genauer als bislang abgebildet werden.
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(bsc)