Neue Programmiersprache für verzögerungstolerante Netzwerke
"Data-Driven Declarative Networking" soll Daten über Bluetooth, WLAN und andere Funktechniken Schritt für Schritt weiterleiten, ohne Basisstationen zu benötigen.
Mit so genannten Pocket-Switched Networks (PSNs) ist es möglich, Daten von Handys und anderen Mobilgeräten schrittweise weiterzuleiten, ohne dass es Basisstationen oder Mobilfunktürme braucht. Solche verzögerungstolerante Netze könnten eines Tages eine alternative Infrastruktur neben dem Internet bilden, glauben Forscher. Informationen verbreiten sich darüber sozusagen viral, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Jon Crowcroft, Professor für Computerwissenschaften an der University of Cambridge und Leiter der dortigen PSN-Forschungsgruppe, hat mit seinem Team nun eine neue Programmiersprache entwickelt, die die Entwicklung von Anwendungen für die neuartigen Netzwerke erleichtern soll. "Data-Driven Declarative Networking" (D3N) genannt und auf der F#-Umgebung von Microsoft basierend, soll sie Entwicklern einfachen Zugriff auf die in PSNs enthaltene Netzwerklogik bieten, darunter die asynchrone Kommunikation.
Noch befindet sich D3N in einem frühen Stadium. Aber auch die PSN-Technik an sich ist noch sehr jung. Bestimmte Probleme sind ungelöst, beispielsweise die Frage nach der Sicherheit. Die Weitergabe von Daten von einem Handy zum nächsten könnte auch bösartiger Software einen neuen Verbreitungsweg geben. Hinzu kommt das Problem des Strombedarfs. Die Forscher arbeiten deshalb an einem Hybrid-Kommunikationsmodell, das energiesparende Bluetooth-Verbindungen zum Suchen nach interessanten Daten innerhalb vorhandener Netzknoten nutzt. Energieintensivere Technologien wie WLAN werden erst dann aktiviert, wenn wirklich größere Informationsmengen übertragen werden müssen.
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(bsc)