Erster deutscher Blu-ray-Festplatten-Recorder angekündigt
Panasonic hat in Berlin die ersten beiden Festplatten-Recorder vorgestellt, die HDTV-Mitschnitte auf Blu-ray Disc archivieren können.
Panasonic hat auf seiner IFA-Pressekonferenz die ersten beiden Blu-ray-Festplatten-Recorder für den deutschen Markt vorgestellt. Das Modell DMR-BS750 hat eine 250 GByte große Festplatte eingebaut, der große Bruder DMR-BS850 kommt wie das bereits seit dem Sommer in Großbritannien erhältliche Modell mit einer 500-GByte-Platte. Daneben will Panasonic mit dem DMR-XS350 noch einen DVD-Recorder anbieten, der HDTV auf einer 250-GByte-Festplatte aufnehmen kann. Alle Recorder besitzen einen tauglichen Twin-Tuner für Sat-TV-Empfang (DVB-S2), der die gleichzeitige Aufnahme von zwei (HD)TV-Sendungen ermöglicht.
Über die SD-Kartenslots an den Geräten lassen sich Videofilme im AVCHD-Format und JPEG-Fotos wiedergeben oder auf Festplatte beziehungsweise Blu-ray Disc kopieren. AVCHD- und MPEG2-Videos, JPEG-Bilder und MP3-Musikstücke nehmen die Recorder zudem über einen USB-Port entgegen. Wie bereits aktuelle Blu-ray-Player von Panasonic sind auch die Recorder in der Lage, das Online-Portal des Unternehmens anzusteuern, über das man unter anderem auf YouTube, Picasa und das Tagesschau-Angebot gelangt. Eine Jukebox-Funktion macht die neuen Panasonics schließlich zur Musikmaschine: CDs lassen sich auf die Festplatte kopieren, die integrierte Gracenote-Datenbank sorgt für wichtige Titelinformationen.
Preise sind für die Geräte bislang nicht bekannt, als Einführungstermin wird derzeit das Frühjahr 2010 genannt – passend zum Start des HDTV-Regelbetriebs von ARD und ZDF. Panasonic hatte in der Vergangenheit bereits den Marktstart von Blu-ray-Festplatten-Recordern in Frankreich und Großbritannien von der Verfügbarkeit frei empfangbarer HDTV-Kanäle abhängig gemacht. Zwei CI-Slots (Common Interface) ermöglichen – zusammen mit einem passenden Conditional Access Module (CAM) und einer gültigen Smartcard – aber auch den Empfang von Pay-TV-Angeboten. Eine Sky-Zertifizierung dürfte das Gerät allerdings nicht erhalten.
Panasonic gehört zu der Gruppe hinter dem Zugangssystem CI-Plus, das (nach Wünschen der beteiligten Sender in verschärfter Form) beim kommenden kostenpflichtigen HDTV-Angebots HD+ des Satellitenbetreibers Astra zum Einsatz kommen könnte. Allerdings erteilte gestern eine Sprecherin der beteiligten Sendergruppe ProSiebenSat.1 gegenüber AreaDVD der Verwendung von Blu-ray-Recordern für den HD+-Empfang erst einmal eine Absage. Der Sender wolle nicht, dass geschützte Inhalte weiterverbreitet werden oder ein Ad-Skipping möglich ist. Mit Recordern, die es nicht ermöglichen, den Zuschauer bei der Wiedergabe von Mitschnitten am Vorspulen über Werbung zu hindern, sollen überhaupt keine Aufzeichnungen von HD+-Sendungen angefertigt werden können.
Auch mit den Betreibern frei empfangbarer HDTV-Sender sollte Panasonic besser vor dem Marktstart sprechen, um eine Situation wie in Großbritannien zu vermeiden: Der von Panasonic dort angebotene Blu-ray-Recorder kann den frei empfangbaren Sender ITV HD bislang nicht aufzeichnen, da der im TV-Datenstrom dauerhaft ein No-Copy-Flag mitsendet. ARD und ZDF kündigten bereits an, auf derartige Restriktionen verzichten zu wollen. (nij)