Jenoptik streicht weitere Stellen

Der Technologiekonzern Jenoptik will Kosten sparen und streicht insgesamt knapp 400 Arbeitsplätze, davon 160 im Ausland. Es werde auch betriebsbedingte Kündigungen geben, sagte eine Unternehmenssprecherin.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der Technologiekonzern Jenoptik will Kosten sparen und streicht insgesamt knapp 400 Arbeitsplätze, davon 160 im Ausland. Darin enthalten sind die schon angekündigte Schließung des Standortes Gießen sowie die Aufgabe des Geschäfts mit Mittelformatkameras, auf die zusammen rund 90 Stellen entfielen, sagte Unternehmenssprecherin Katrin Lauterbach am Donnerstag in Jena.

Es werde auch betriebsbedingte Kündigungen geben. So soll die Zahl der Mitarbeiter von 3400 Ende 2008 auf gut 3000 sinken. Ein genauer Zeitpunkt dafür wurde nicht genannt, ebenso wie die Verteilung auf einzelne Standorte. Doch werde auch der Standort Jena mit derzeit rund 1200 Beschäftigten betroffen sein, sagte Lauterbach. Nun soll es Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern geben.

Jenoptik hat infolge der Automobil- und Halbleiterkrise mit deutlichen Rückgängen bei Umsatz und Gewinn zu kämpfen. Im ersten Halbjahr 2009 fuhr der Konzern einen Verlust von 11,1 Millionen Euro ein. Der Umsatz verringerte sich um 12,6 Prozent auf 231,3 Millionen Euro. Besonders betroffen sind die Sparten Optische Systeme, Industrielle Messtechnik sowie Laser und Materialbearbeitung.

"In diesen Bereichen stellen wir die Kostenstrukturen so ein, dass wir auch bei einem Umsatzniveau unterhalb dessen von 2008 wettbewerbsfähig bleiben", sagte Vorstandschef Michael Mertin. Mit dem zu Jahresbeginn gestarteten und nun erweiterten Sparprogramm sollen in diesem Jahr die Kosten um 10 Millionen Euro (brutto) verringert werden, für das kommende Jahr sind noch einmal mehr als 10 Millionen Euro vorgesehen.

Dabei wurden seit Jahresbeginn 80 Leiharbeiterstellen gestrichen und Kurzarbeit eingeführt. Zum 31. Juli waren 630 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass Jenoptik eine staatliche Bürgschaft in Höhe von 55 Millionen Euro erhält. Damit sollen kurzfristige Bankkredite in langfristige Darlehen umgeschuldet werden. Der Konzern musste in diesem Jahr eine Anleihe von 47 Millionen Euro zurückzahlen und hatte dafür Kredite aufgenommen. (dpa) / (pmz)