Firefox-Plug-in verschleiert Privates in sozialen Netzwerken
Forscher an der University of Waterloo lagern sensible Facebook-Informationen auf Drittserver aus. Sie sollen so vor neugierigen Blicken Fremder und vor den Website-Betreibern selbst geschĂĽtzt werden.
Forscher an der University of Waterloo im kanadischen Ontario arbeiten an einem Browser-Plug-in, das Usern helfen soll, sensible Daten bei der Nutzung großer sozialer Netzwerke vor neugierigen Blicken Fremder zu schützen – und vor den Website-Betreibern selbst. Die Software namens "FaceCloak" kann sensible Informationen aus dem Facebook-Profil eines Nutzers automatisch ersetzen und den Nachrichtenstrom ("News Feed") mit bedeutungslosen Texten vollschreiben, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Zugang zu den echten Daten haben dann nur vertrauenswürdige Freunde oder zuvor freigeschaltete Kontakte, erläutern der Computerwissenschaftler Urs Hengartner und seine Kollegen in ihrem Paper.
FaceCloak soll als Zusatz für Mozilla Firefox implementiert werden. Die Verwendung ist einfach: Die Software erlaubt Nutzern, Informationen zu kennzeichnen, die verschlüsselt und nur Freunden zugänglich gemacht werden sollen. Ein FaceCloak-Nutzer besitzt einen geheimen Zugriffsschlüssel, mit einem weiteren werden die Freunde versorgt. Dieser wird dann verwendet, um auf die echten Informationen zuzugreifen. Diese lagern als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme auf von Facebook getrennten Servern.
Das Konzept könnte auch mit anderen sozialen Netzwerken wie Twitter und MySpace funktionieren – Hengartner und Kollegen konzentrierten sich aber zuerst auf das aktuell enorm populäre Facebook. "Wenn man etwa an einer bestimmten Krankheit leidet, will man vielleicht, dass diese nur den echten Freunden bekannt ist", sagt Hengartner. FaceCloak erlaube es den Nutzern nun, zu entscheiden, welche Daten auf Facebook lesbar seien und welche nicht.
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(bsc)