Forscher bauen genetischen Fingerabdruck nach
Israelische Wissenschaftler haben gezeigt, wie sich aus einer DNA-Bibliothek falsche Tatortspuren generieren lassen.
Seit es möglich ist, aus geringsten Spuren körpereigenen Materials vom Haar bis zur Hautschuppe genetische Informationen zu extrahieren, ist die Arbeit für Kriminologen einfacher geworden: Sie können entsprechende Funde am Tatort mit vorhandenen DNA-Datenbanken abgleichen oder eine Massenfahndung einleiten, bei der dann ganze Bevölkerungsgruppen, die ins Täterprofil passen, zum Gentest gebeten werden.
Das Problem: In den kommenden Jahren könnten Kriminelle beginnen, genetische Fingerabdrücke zu fälschen. Forschern in Israel ist es nun gelungen, allein mit Hilfe von Material aus DNA-Profildatenbanken falsche genetische Fingerabdrücke zu generieren, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Die Studie stammt von den genetischen Forensikern Dan Frumkin, Adam Wasserstrom und Ariane Davidson aus Tel Aviv, unterstützt wurden sie von Arnon Grafit, der selbst für das mobile Labor der forensischen Einheit für Kapitalverbrechen der israelischen Polizei arbeitet.
Bei ihrem Experiment stellten die Forscher zunächst einen Pool aus DNA-Proben zusammen. Daraus klonten sie sich dann diverse kleine Abschnitte, die häufig vorkommenden Variationen an den in forensischen Labors standardmäßig getesteten Stellen entsprachen. So entstand nach und nach eine "Bibliothek", aus der sich die Forscher beliebig bedienen konnten, um Proben zu generieren. So ergab sich eine Spur, die äußerst genau auf den "Täter" passte. Die Forscher glauben, dass insgesamt rund 400 Abschnitte ausreichen dürften, um nahezu jedes beliebige Profil zu züchten. Fromkin hat deshalb nun eine Firma gegründet, die Behörden Tests verkaufen soll, mit denen sich Fälschungen entlarven lassen.
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(bsc)