Microsofts Geschäftslösung: Zinslos leasen
Bis zum Juni 2003 will Microsoft Business Solutions gegenüber klein- und mittelständischen Unternehmen zusammen mit einem Leasinggeber als Kreditgeber auftreten.
Bis zum Juni 2003 will Microsoft Business Solutions gegenüber klein- und mittelständischen Unternehmen zusammen mit einem Leasinggeber als Kreditgeber auftreten. Im Rahmen einer Null-Prozent-Finanzierungs-Kampagne sollen Kunden Hardware und Software mit einer Laufzeit von 36 Monaten zinslos zwischenfinanzieren können. Kaufinteressenten sollen sich durch dieses Anbieter-Engagement offenbar eine leichtere Kreditierung ausrechnen als bei Konkurrenten, die das Finden eines Kreditgebers mehr oder weniger auf ihre Vertriebspartner abwälzen.
Als konkreten Anlass für die Aktion nennt Jürgen Baier, der Deutschland-Chef des inzwischen zu Microsoft gehörigen Navision-Nachfolgers, das Gebahren zahlreicher Banken. Diese räumen ihren Unternehmenskunden mitunter schon heute Hürden zur Finanzierung von Investitionen in den Weg, wenn das 2006 in Kraft tretende Abkommen Basel II ein ungünstiges Kredit-Rating bewirkt. Hier möchte sich der Software-Anbieter als Ausweichpartner präsentieren, wenn die Kunden dabei gleich die richtige Software-Entscheidung in seinem Sinne treffen.
Die Vorgehensweise erscheint in sich plausibel, erstaunt aber insofern, als etwa die Anschaffung einer neuen Office-Software gerade bei Microsoft auf entgegengesetzte Vorzeichen trifft: Auf dem Markt, wo der Riese aus Redmond bereits eine Quasi-Monopolstellung genießt, müssen die Kunden vielmehr bittere Pillen in Form des ungeliebten Microsoft-Lizenzmodells 6 mit erheblichen Kostensteigerungen schlucken. (hps)