E-Plus in der Wachstumsdelle
Während sich das Neukundengeschäft etwas abschwächt konnte E-plus von seiner Mehrmarkenstrategie profitieren und bei stabilen Serviceumsätzen beim operativen Ergebnis zulegen. In zwei bis drei Quartalen will der Netzbetreiber zu alter Stärke zurückkehren.
Der deutsche Mobilfunkanbieter E-Plus hat im zweiten Quartal trotz nachlassenden Neukundengeschäfts und leichten Umsatzrückgangs beim operativen Ergebnis zulegen können. Der Umsatz schrumpfte von 808 Millionen Euro im Vorjahr um 1,4 Prozent auf 797 Millionen Euro, teilte die niederländische Muttergesellschaft KPN am heutigen Donnerstag in Amsterdam mit. Den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) konnte E-Plus von 308 Millionen Euro im Vorjahr um 8,1 Prozent auf 333 Millionen Euro steigern.
Zum Quartalsende verzeichnete E-Plus 18,2 Millionen Kunden und konnte im Vergleich zum Vorquartal 197.000 Kunden hinzugewinnen. Damit schwächt sich das Neukundengeschäft spürbar ab. Im ersten Quartal hatte E-Plus noch 261.000 neue Kunden gewinnen können. Der Netzbetreiber vermittelte rund 7,8 Milliarden Mobilfunkminuten. Der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde ist weiter unter Druck und sank von 16 Euro im ersten Quartal auf nunmehr 14 Euro.
Den Umsatzrückgang erklärt das Unternehmen auf gesenkte Terminierungsentgelte und weiter schwindende Einnahmen im Roamingbereich sowie Bestandskundenbewegungen in günstigere Tarife hin. Zudem sei es im Vergleichsquartal 2008 zu einer Umsatzspitze durch die Fußball-Europameisterschaft gekommen. Dennoch konnte E-Plus den Serviceumsatz mit Mobilfunkleistungen stabil bei 757 Millionen Euro halten. Im Verlauf des Jahres dürften die Umsätze durch die fortgesetzte Regulierung der Terminierungs- und Roamingentgelte weiter unter Druck bleiben, teilte das Unternehmen mit.
Um das Wachstum wieder anzukurbeln, setzt der Netzbetreiber auf die bisher erfolgreiche Strategie, zu der unter anderem Kostendisziplin, Kundenorientierung und der Auftritt mit mehreren Marken gehören. "Die Profitabilität wird zunächst im Fokus unserer Aktivitäten bleiben. Denn wir erwarten, dass es zwei bis drei Quartale dauern wird, bis wir wieder ein stärkeres Wachstum auch im Serviceumsatz sehen werden", sagte E-Plus-Chef Thorsten Dirks. In den nächsten Jahren strebt KPN mit seinen Mobilfunktöchtern in Deutschland und Belgien einen Marktanteil von 20 bis 25 Prozent an. Nach Umsatz hat E-Plus derzeit einen Marktanteil von gut 15 Prozent.
Weltweit gingen die Umsätze des KPN-Konzerns um 6,9 Prozent 3,4 Milliarden Euro zurück. Der Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 4,3 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro. Den Nettogewinn konnte KPN um 4,8 Prozent auf 370 Millionen Euro steigern. Für das gesamte Jahr 2009 senkte der Konzern seine Umsatzprognose. Inzwischen erwarte man einen Umsatz zwischen 13,6 Milliarden und 13,8 Milliarden Euro im Vergleich zu 14 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Wirtschaftskrise habe zwar weiterhin "nur begrenzte Folgen für den Privatkundenmarkt", sagte KPN-Chef Ad Scheepbouwer. "Jedoch ist das Geschäftskundensegment stark betroffen und es gibt bislang noch keine Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung." (vbr)