Internet-Plattform ruft zur Spende für irakische Flüchtlinge auf

Im Irak werden bis zu zwei Millionen Flüchtlinge erwartet, die aus den umkämpften Großstädten flüchten, teilt die Spendenplattform HelpDirect.org mit.

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HelpDirect.org, nach eigenen Angaben Europas größte Spendenplattform im Internet, ruft anlässlich des Irak-Kriegs zur Spende für die notleidende Bevölkerung auf. Partnerorganisationen für den Spendenaufruf sind unter anderem Ärzte der Welt, Care, Help, Johanniter, World Vision, Malteser, Deutsche Welthungerhilfe, Humedica und die Kriegskindernothilfe.

Im Irak würden bis zu 2 Millionen Flüchtlinge erwartet, die aus den umkämpften Großstädten flüchten, teilt HelpDirect.org mit. Weitere 600.000 bis 1,4 Millionen Menschen würden laut UN-Flüchtlingswerk an den Grenzen des Irak zu versorgen sein. Nur ein Teil dieser Hilfskapazitäten seien bisher tatsächlich in der Region vorhanden. Amnesty International teilt mit, einem vertraulichen UN-Szenario zufolge seien 1,3 Millionen irakische Kinder unter fünf Jahren vom Tod durch Unterernährung bedroht. Insgesamt schätze die UN, dass der Krieg über fünf Millionen Menschen in Hunger, Unterernährung und Epidemien stürzen wird.

Seit gestern Abend sind die US-amerikanischen und britischen Truppen im Irak auf dem Vormarsch. Sie sollen den größten Teil der Hafenstadt Umm Kasr eingenommen haben und seien dabei auf heftigen Widerstand gestoßen, heißt es in Medienberichten. Auch hätten die Allierten zwei wichtige Flughäfen im Westen des Irak einnehmen können. Die Hauptstadt Bagdad ist bislang nicht in dem schweren Ausmaß -- mit 3000 Raketen und Bomben -- angegriffen worden, wie es Experten zuvor vermutet hatten. Die gestern mit Bomben bestückten B52-Bomber sind am Vormittag in Großbritannien gestartet. Es wird vermutet, dass sie zu einem Flächenbombardement im Irak unterwegs sind.

Am Morgen wurde der erste im Kampf getötete US-Soldat gemeldet. Ebenso wurde gemeldet, dass der irakische Präsident Saddam Hussein und zwei seiner Söhne bei Bombenangriffen verletzt worden seien. Das irakische Informationsministerium hingegen meldet, die Familie sei "wohl auf". Bei Demonstrationen gegen den Irak-Krieg in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa wurden laut dem arabischen Nachrichtensender Al-Jazeera vier Menschen getötet. Auch in anderen arabischen Staaten sowie weltweit gingen heute wieder Menschen auf die Straße, um gegen das Vorgehen der USA und Großbritannien zu protestieren.

Eine der größten Protestkundgebungen in den USA fand gestern in San Francisco statt. Demonstranten blockierten Teile der Innenstadt und einige Ausfahrten der Oakland-Bay-Bridge, heißt es in Medienberichten. Polizeibeamte nahmen über 1000 Menschen fest.

Zum Krieg gegen den Irak siehe auch: (anw)