US-Sicherheitsberater tritt wegen Verbindungen zu Global Crossing zurĂĽck

Richard Perle wird vorgeworfen, sein Engagement für das Telecom-Unternehmen kollidiere mit seiner Beratertätigkeit für das Pentagon.

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Der Leiter des US-amerikanischen Defense Policy Boards, einem Beratergremium im Verteidigungsministerium, Richard Perle ist zurückgetreten. In einem Brief an Verteidigungsminister Donald Rumsfeld schrieb Perle, der als entschiedener Befürworter des Irak-Kriegs auftritt, es gebe Stimmen, die meinten, er könne sich wegen seiner Verbindungen zum Telecom-Konzern Global Crossing nicht voll auf seine derzeitigen Aufgaben konzentrieren. Er weist laut Wall Street Journal alle Vorwürfe von sich und wird dem Gremium als Mitglied erhalten bleiben.

Von Global Crossing, für das Perle ebenfalls als Berater tätig ist, bekommt ein Joint Venture von Hutchison Whampoa und Singapore Telemedia 61,5 Prozent der Aktien. Der Verkauf muss aber noch vom Pentagon genehmigt werden, da der Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa Kontakte zur chinesischen Regierung in Peking haben soll. Perle soll für den Geschäftsabschluss eine Belohnung von 600.000 US-Dollar bekommen haben. In einem zweiten Brief an das Telecom-Unternehmen schreibt Perle, er trete auch von seinem Beratervertrag mit Global Crossing zurück.

In dem Brief an das Defense Policy Board schreibt Perle, er habe jederzeit die Regeln des Gremiums eingehalten. Seine bisher gezahlten Bezüge wolle er den Angehörigen von getöteten oder verletzten US-Soldaten zukommen lassen. Vor einigen Wochen hatte das US-amerikanische Magazin New Yorker Richard Perle auch Verbindungen zu dem saudi-arabischen Waffenhändler Adnan Khashoggi unterstellt. Er habe saudische Investoren für die Risikokapitalfirma Trireme finden wollen, die auch für das Pentagon arbeiten soll. Perle arbeitet für Trireme als ein geschäftsführender Gesellschafter.

Siehe dazu auch in Telepolis: (anw)