Infineon setzt Programm zur Effizienz-Steigerung teilweise aus

Infineon wollte im Rahmen des Programms Mitarbeiter mit besonders schwachen Leistungen identifizieren, um sie weiterzubilden, zu versetzen oder sich von ihnen zu trennen.

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  • dpa

Der Halbleiterkonzern Infineon setzt sein umstrittenes Programm zur Steigerung der Effizienz der Mitarbeiter in Deutschland vorläufig aus. Darauf einigten sich dem Vernehmen nach Geschäftsführung und Gesamtbetriebsrat bei einem Gespräch am Freitag in München. Im Rahmen des Programms sollen 15 bis 20 Prozent der Mitarbeiter mit besonders schwachen Leistungen identifiziert werden. Ziel ist es, sie weiterzubilden, zu versetzen oder sich notfalls von ihnen zu trennen.

Das Programm, das noch in der Anfangsphase steckt, werde für die Infineon Technologies AG in Deutschland erst einmal nicht weiter umgesetzt, hieß es. Zunächst würden weitere Gespräche zwischen den Beteiligten geführt. Weltweit gehe es aber weiter. Infineon rechnet damit, sich als Folge des Programms von etwa fünf Prozent der Mitarbeiter zu trennen. Die Stellen sollen neu besetzt werden.

Vor allem der IG Metall ist das Aufstellen von Ranglisten ein Dorn im Auge. Sie wirft der Konzernführung um Vorstandschef Ulrich Schumacher vor, auf amerikanische Management-Methoden zu setzen. In den USA seien diese dabei schon wieder aus der Mode. Einige große Unternehmen hätten in vielen Gerichtsprozessen mit den betroffenen Mitarbeitern Lehrgeld bezahlt und diesen Weg wieder aufgegeben.

Infineon sieht dagegen einen starken Bedarf für dieses Programm. Im harten internationalen Wettbewerb sei eine verstärkte Leistungsorientierung Voraussetzung für den langfristigen Erfolg. Die Initiative verfolge das Ziel, Leistungsträger zu fordern und zu fördern, heißt es. (dpa) / (jk)