Pixelpark-Eigner: Strategie wird unter neuer Führung umgesetzt

Spekulationen um die Rückkehr von Paulus Neef an die Unternehmensspitze wurden aber zurückgewiesen.

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  • dpa

Der Berliner Internet-Dienstleister Pixelpark will nach monatelangen Turbulenzen mit neuer Führung und Strategie wieder durchstarten. Nach dem kompletten Rücktritt des Aufsichtsrates und der Umbesetzung des Vorstandspostens ist aus Sicht der Pixelpark- Großaktionäre der Weg frei, die strategische Neuausrichtung umzusetzen. Die "Phase des Ärgers" sei vorbei, in das Unternehmen kehre jetzt Ruhe ein, erklärten die Gesellschafter Axel Fischer und Wolf-Dieter Gramatke am Dienstag in Berlin. Die Medienmanager kontrollieren seit Ende vergangenen Dezember zusammen rund 40 Prozent der Pixelpark-Anteile.

Der am Montagabend bekannt gegebene Rücktritt des kompletten Aufsichtsrates kam nach Darstellung Gramatkes nicht überraschend und ist ein "normaler Vorgang". Es sei zu begrüßen, dass der alte Aufsichtsrat seine Mandate niedergelegt habe, um der Neuausrichtung nicht im Wege zu stehen. Bei der Neubesetzung müssten sich die Gesellschafter vorerst abstimmen. Neben Gramatke und Fischer sind der frühere Mehrheitsaktionär Bertelsmann mit 20 und der Ende 2002 abgesetzte Pixelpark-Gründer Paulus Neef mit 17,7 Prozent beteiligt. Gramatke und Fischer werden Neefs Umfeld zugerechnet.

In dem Kontrollgremium werden künftig laut Gramatke sowohl die Gesellschafter als auch die freien Aktionäre vertreten sein. Fischer plädierte dafür, den Aufsichtsrat von drei auf sechs Mitglieder zu erweitern. Die Vorschläge würden vom neuen Vorstandschef, dem IT- Manager Michael Riese, gemacht. Dieser löst den bisherigen Pixelpark- Chef und Neef-Gegner Jürgen Richter nach nur nur viermonatiger Amtszeit zum 15. April ab. Spekulationen in der Branche, wonach Neef nun an die Spitze des Kontrollgremiums strebe, wies Fischer zurück. "Da ist definitiv nichts dran", sagte er. Neef sei auf "internationaler Basis tätig" und bereite in den USA Geschäfte vor.

Der Pixelpark-Gründer galt lange als Internet-Guru in Deutschland und Star am Neuen Markt. Ende vergangenen Jahres wurde Neef jedoch entlassen. Hintergrund war der umstrittene Kauf der Schweizer ZLU- Gruppe im März 2000. Eine von Richter in Auftrag gegebene Prüfung hatte "erhebliche Unregelmäßigkeiten" bei dem Kauf festgestellt. ZLU hatte dem Vater von Neefs damaliger Lebensgefährtin gehört. Neef soll der Sonderprüfung zufolge einen zu hohen Preis gezahlt haben. (dpa)/ (tol)