Microsofts Digitalkino-Engagement trägt erste Früchte
Die unabhängige US-Kinokette Landmark Theaters hat bekanntgegeben, 53 ihrer Filmtheater auf Digitaltechnik umzustellen, die von Microsoft und Digital Cinema Solutions geliefert wird.
Die unabhängige US-Kinokette Landmark Theaters hat bekanntgegeben, 53 ihrer Filmtheater auf Digitaltechnik umzustellen, die von Microsoft und Digital Cinema Solutions (DCS) geliefert wird. Damit werden zukünftig auf 177 Leinwände in den gesamten USA Filme digital projiziert, die Windows-Media-komprimiert auf Festplatte vorliegen.
Digital Cinema, bei dem die Filme von Festplatte abgespielt und über einen Digitalprojektor wiedergegeben werden, soll nach Vorstellungen der Filmindustrie auf lange Sicht den heutigen Film auf Zelluloid ablösen. Nach Angaben in US-Medien gelang es der Allianz aus Sofware-Unternehmen und Content-Lieferant, Mitbewerber über den Preis auszustechen: So soll ein Microsoft/DCS-System auf Basis vernetzter PCs gerade einmal rund 70.000 US-Dollar kosten, während Konkurrenzsysteme mit bis zu 150.000 US-Dollar zu Buche schlagen.
Für Landmark Theaters rechnet sich das Digital-Cinema-Konzept, da das Unternehmen auf Independent-Produktionen spezialisiert ist. Da jede Kopie eines normalen Films gut 1500 bis 2000 US-Dollar kostet, meiden viele Filmstudios bislang diese Streifen. Nun können die Film auf DVD-ROM angeliefert und auf die Festplatte des Digitalkino-Systems überspielt werden.
Microsofts Engagement auf diesem Gebiet ist nicht neu: Der Software-Gigant hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres acht mit Windows Media 9 komprimierte Filme bei Digital-Cinema-Demonstrationen in rund 25 amerikanischen Städten vorgeführt -- darunter auch den Musikfilm "Standing in the Shadows of Motown" des Artisan-Studios, der am 22. April in den USA in HD-Aufösung auf DVD-ROM erscheint -- natürlich wiederum WM9-komprimiert. Bereits im April 2002 hatten sich die sieben amerikanischen Major-Filmstudios Disney, 20th Century Fox, MGM, Paramount, Sony Pictures, Warner und Universal zusammengetan, um gemeinsame Standards für digitales Kino zu schaffen. Ergebnisse sollen Ende des Jahres vorliegen. (nij)