E-Mails verraten Kinderporno-Ring
Durch die Auswertung gespeicherter E-Mails auf dem PC eines 39-jährigen Passauers kam das LKA-Bayern einem Tauschring für Kinder-, Gewalt- und Tierpornografie auf die Spur.
Durch Ermittlungen der Polizei Passau gegen einen 39-jährigen Deutschen wegen Besitzes und Verbreitung von Kinder-, Gewalt- und Tierpornographie ist das Landeskriminalamt Bayern insgesamt 253 Tatverdächtigen auf die Spur gekommen. Bei 187 von ihnen seien am 2. April im Rahmen der Aktion "Nibelungen" gleichzeitig Durchsuchungen vorgenommen worden, teilt das LKA heute mit. Gegen einige Personen bestehe nun kein Tatverdacht mehr, andere Verfahren wurden abgetrennt und gesondert verfolgt, heißt es.
Im Oktober 2002 sei bei dem Passauer sein PC sichergestellt geworden. Die darauf gespeicherten 15.619 E-Mails seien ausgewertet worden, worauf die Ermittler offenbar auf regen Tauschhandel mit inkriminierten Bild- und Videodateien aufmerksam wurden. Einige Personen seien unter mehreren E-Mail-Adressen an diesem Tauschring beteiligt gewesen.
Bei den bundesweiten Durchsuchungen, die das Bayerische LKA koordiniert hat, wurden in allen 16 Bundesländern insgesamt 198 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht. Es seien unter anderem 212 PCs, 6609 Datenträger sowie 522 Videokassetten sichergestellt worden. Die detaillierte Auswertung des Materials dauere noch an. 50 Tatverdächtige zeigten sich geständig. Verdachtsmomente für sexuellen Missbrauch durch die Tatverdächtigen ergaben sich hingegen bisher nicht, teilt das LKA mit.
Siehe zu dem Thema auch: (anw)
- BKA ermittelt gegen Tausch von Kinderpornografie ĂĽber KaZaA
- US-Kongress befasst sich mit Kinderpornografie in Tauschbörsen
- Sechs Jahre Haft fĂĽr Verbreitung von Kinderpornos im Internet
- Bundesweite Polizeiaktion gegen Kinderpornografie
- Internationaler Internet-Kinderporno-Ring gesprengt