Noch mehr Rauch und Fell in 3D
Nach einem Oscar für technische Leistungen kündigt Alias Wavefront jetzt die Version 5 der 3D-Rendering-Software Maya an.
Bekanntlich soll man sich auf seinen Lorbeeren nicht ausruhen. So kündigt Alias Wavefront kurz nach seinem Academy Award Of Merit die Version 5 seiner 3D-Rendering-Software Maya an. Maya 5 soll bereits im Mai erscheinen.
Im Animationsbereich kündigt Alias in erster Linie Verbesserungen bestehender Funktionen an -- beispielsweise bei den Bewegungsbeschränkungen (Constraints) und dem Mischen von Forward Kinematics und Inverse Kinematics. Die neuen Möglichkeiten beim Modelling schließen eine Methode zur Reduktion der Polygonzahl mit einem Pinsel, Tools zur Bearbeitung von UV-Mapping und ein Extrusionswerkzeug ein.
Neue Pinsel sollen organische Modellieren erleichtern -- dem 2.5D-Modeller Zbrush nicht unähnlich. Die Pinsel der Paint Effects können jetzt direkt Polygone erzeugen; alternativ kann man sie auch nachträglich in Polygone konvertieren und danach mit allen üblichen Polygon-Tools bearbeiten -- vor allem aber auch mit einem externen Renderer darstellen. Weiterhin bietet die Software neue Pinsel-Presets, die unter anderem strähnenweise Haare erzeugen können.
Diverse Geschwindigkeitsverbesserungen sollen die Arbeit vorantreiben: So wurde die Berechnung der Dynamics-Effekte beschleunigt; unter Windows soll die Software insgesamt um bis zu 90 Prozent schneller sein als Maya 4.5.
Zum Rendering soll dem Anwender unter Maya 5 vier Möglichkeiten bereit stehen: Neben dem bereits bekannten internen Renderer und dem ehemals als Zusatzmodul vertriebenen Mental Ray zählen dazu ein vektorbasierter Renderer sowie ein Hardware-Renderer. Mental Ray wird erstmals in der Version 3.2 ausgeliefert.
Der Hardware-Renderer baut auf der Grafik-Engine Quadro FX von NVidias High-End-Grafikkarten auf. Laut Alias nutzt Maya dabei sowohl die Glanzlichter als auch Bump und Reflection Mapping sowie die Schattenfunktion des Grafik-Chips -- und soll damit bis zu 20 mal schneller Bilder ausspucken als der Software-Renderer.
Der Vektor-Renderer arbeitet mit dazugekaufter Technologie -- dahinter steckt das Know-how von Electric Rain, die auch vergleichbare für 3Ds max, Lightwave und SoftImage XSI anbieten. Als Ausgabeformate stehen hier neben Flash auch Adobe Illustrator, EPS sowie SVG zur Auswahl. Alle vier lassen sich laut Alias aus einem einheitlichen User Interface heraus ansteuern.
Die weiterhin der großen Maya-Version "Unlimited" vorbehaltenen Fluid Effects berechnen jetzt auch dynamische Wasserstrudel und simulieren Teiche und Seen. Über Motion Fields kann der Anwender auch darstellen, wie sich Objekte durch eine Flüssigkeit oder Rauchwolke bewegen. Auch der Fellgenerator wurde überarbeitet und unterstützt jetzt auch unregelmässiges Fell.
Trotz der Preisreduktion im vergangenen Jahr überschreitet Maya weiterhin den finanziellen Horizont der meisten Privatanwender: Die kleine Fassung "Maya Complete" schlägt mit 2435 Euro zu Buche; die Profi-Version "Maya Unlimited" mit Paint Effects und Fur kostet gar 8525 Euro. (ghi)