Brüssel entscheidet morgen über deutsches LKW-Mautsystem
DaimlerChrysler und Deutsche Telekom wurden von der EU angeblich zu einer Einigung gezwungen.
Eine Vereinbarung zwischen DaimlerChrysler und der Deutschen Telekom über das LKW-Mautsystem in Deutschland wird voraussichtlich morgen von der Europäischen Kommission -- die bereits Ende vergangenen Jahres Bedenken angemeldet hatte -- genehmigt werden. Das berichtet die Financial Times Deutschland. Besonders für Microsoft ist das Ergebnis von großem Interesse, denn das Urteil könnte sich auf Ermittlungen gegen den Softwarekonzern auswirken.
Die FTD zitiert Insider, denen zufolge Brüssel die beiden Konzerne gezwungen habe, ihr Mautsystem für mögliche Wettbewerber zu öffnen. Das könnte nun zum Präzedenzfall für Microsoft werden -- dem Softwaregiganten wird immer wieder vorgeworfen, seine Technologie auszunutzen, um der Konkurrenz zu schaden.
Eine fünfmonatige Untersuchung des geplanten Mautsystemes hatte die Bedenken, dass es zu einem Monopol bei telematischen Diensten führen könnte, bei der Kommission erhärtet. Einen Grund für ihre Befürchtungen sieht die Kommission in den zusätzlichen Mehrwertdiensten, die das Toll Collect genannte Gemeinschaftsunternehmen von Automobil- und Telefonkonzern sowie dem französichen Autobahnbetreiber Cofiroute anbieten will. In der Anmeldung bei der EU gaben die Beteiligten laut Kommission an, dass Toll Collect zusätzlich zur Gebührenabrechnung für die LKW-Maut "beispielsweise zeitgleiche Verkehrsflussanalyse, Wegweisungshilfen oder Datenübertragung zwischen Speditionsunternehmen und den LKW-Führern" offerieren möchte. (tol)