Strafprozess gegen CPU-Mitarbeiter wegen Insiderhandels

Am Mittwoch beginnt vor dem Augsburger Landgericht ein Prozess gegen führende Mitarbeiter des börsennotierten Unternehmens.

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  • dpa

Am Mittwoch beginnt vor dem Augsburger Landgericht ein Prozess gegen führende Mitarbeiter des börsennotierten Unternehmens. Ein Prokurist, ein Vertriebsmanager und eine frühere Vorstandssekretärin des Augsburger Softwareunternehmens CPU sollen durch verbotenen Insiderhandel Aktiengewinne erzielt zu haben.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft legt den Angeklagten zur Last, über Schwierigkeiten des Unternehmens frühzeitig Bescheid gewusst zu haben. Vor entsprechenden Ad-Hoc-Mitteilungen sollen sie zusammen über 6000 Aktien verkauft und rund 265.000 Euro Erlös erzielt haben. In ihrem Verhalten sieht die Staatsanwaltschaft einen illegal verschafften "erheblichen Vermögensvorteil" durch Insiderwissen.

Die Hauptverhandlung gegen die drei Angeklagten beginnt am 30. April und ist auf 17 Verhandlungstage angesetzt. Das Gericht will 35 Zeugen und einen Sachverständigen vernehmen. Im Zeitraum des illegalen Insiderhandels im Jahr 2000 hatte CPU bei einem Umsatz von 10,3 Millionen Euro einen Verlust von über 19 Millionen ausgewiesen. Bevor die Aktie abstürzte, hatte sie im Jahr 1999 einen Höchststand von 70 Euro erreicht. CPU gehört in Deutschland mit rund 1400 Mitarbeitern zu den größeren Unternehmen im IT-Bereich.

Vor dem Landgericht Augsburg müssen sich auch die früheren Infomatec-Vorstände Gerhard Harlos und Alexander Häfele wegen Insiderhandels verantworten. Wegen des Fehlens wesentlicher Akten war die Hauptverhandlung Anfang April kurz nach der Eröffnung geplatzt. Der Infomatec-Prozess wird deshalb am 24. Juni noch einmal aufgerollt. (dpa)/ (jes)