MDR prĂĽft rechtliche Schritte gegen Twitter

In dem Mikroblogging-Dienst wird ein Account unter dem Namen des Intendanten Udo Reiter geführt, doch dieser ist gar nicht auf Twitter aktiv. Nun prüft der Sender rechtliche Möglichkeiten, um gegen den Fake-Account vorzugehen.

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Wegen falscher Twitter-Meldungen im Namen von MDR-Intendant Udo Reiter geht der Sender gegen den Mikrobloggingdienst vor. Auf einer Twitter-Seite ist ein Bild des Intendanten neben dessen Namen zu sehen, aber die Inhalte machen stutzig. So nimmt er einen Chefredakteur auf den Arm und deutet an, dass er abends lieber draußen Bier trinkt, statt das MDR-Programm anzuschauen. Unternehmenssprecher Dirk Thärichen versicherte am Montag der dpa, dass die Einträge nicht von Reiter stammen. "Herr Professor Reiter ist weder als Privatperson noch als MDR-Intendant bei Twitter angemeldet."

Der Account "udoreiter" besteht seit dem 19. August 2009, seitdem haben sich ihm über einhundert "Follower" angeschlossen. Bereits Ende August habe der MDR die Firma Twitter in den USA angeschrieben und darum gebeten, die Einträge sofort zu löschen, da Persönlichkeitsrechte von Reiter verletzt würden. "Darauf haben wir bisher noch keine zufriedenstellende Antwort erhalten", erklärte Thärichen. Nun würden weitere rechtliche Möglichkeiten geprüft. Dies sei aber kompliziert, da die Firma ihren Sitz in den USA habe.

In den USA hatte Twitter bereits Ärger mit Prominenten wie zum Beispiel mit dem Manager des Baseball-Teams St. Louis Cardinals, Tony La Russa. Dieser hat gegen Twitter unter anderem wegen Markenrechtsverletzung und missbräuchlicher Namensverwendung geklagt, da unter seinem Namen ein Mikroblog geführt wurde. Twitter hat den gefälschten Account entfernt. Im Juni kündigte der Mikroblogging-Dienst spezielle "geprüfte Accounts" für prominente Personen an. (anw)