Twitter löscht nach Protesten des MDR gefälschten Account
Seit dem 19. August hatte sich ein Nutzer des Mikroblogging-Dienstes als MDR-Intendant ausgegeben und den Sender verulkt. Das Treiben hat seit gestern ein Ende.
Nach Protesten des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) hat der Mikroblogging-Dienst Twitter einen Account gelöscht, in dem sich ein Nutzer als MDR-Intendant Udo Reiter ausgegeben hatte. Das bestätigte MDR-Sprecherin Birthe Gogarten gegenüber heise online. MDR-Unternehmenssprecher Dirk Thärichen erklärte, Twitter sei damit nach mehr als zwei Wochen der Bitte der Anstalt gefolgt. Zuvor hatten die gefälschten Twittermeldungen mit Foto des Intendanten für Aufsehen gesorgt.
Der Fake-Account war am 19. August eingerichtet worden und hatte seitdem über 100 Follower eingesammelt. In den Tweets war der MDR verulkt worden. Ende August hatte der MDR nach Angaben von Thärichen Twitter angeschrieben und das Unternehmen darauf aufmerksam gemacht, dass Reiters Name und Bild unautorisiert benutzt werde. Dabei würden seine persönlichen Rechte verletzt. Auf die Bitte um sofortige Entfernung habe der MDR eine sehr allgemeine Antwort erhalten, der Account sei aber entfernt worden.
Der MDR hatte zwar rechtliche Schritte geprüft, doch diese wären nach Angaben von Gogarten wohl schwer zu gehen gewesen, da die rechtliche Lage kompliziert sei. In den USA hatte bereits der Manager des Baseball-Teams St. Louis Cardinals, Tony La Russa, aus ähnlichen Beweggründen wie der MDR geklagt, daraufhin hatte Twitter den Fake-Account entfernt. Gleichzeitig hatte das Unternehmen aber seine Überzeugung ausgedrückt, dass seine Nutzungsbedingungen auch vor Gericht Bestand haben werden. (anw)