Bericht: Google verhandelt mit US-Regierung über Buchdigitalisierungen
Der Internetdienstleister, Autoren und Verleger sprechen mit dem US-Justizministerium über Änderungen in ihrer Einigung im Rechtsstreit über Googles Buchsuche. Den für die Einigung zuständigen Richter haben laut Medienberichten 400 Eingaben erreicht.
Der US-amerikanische Internetdienstleister Google spricht zusammen mit Autoren und Verlegern mit Vertretern des US-Justizministerium über mögliche Änderungen in dem von ihnen 2008 geschlossenen Vergleich über Buchdigitalisierungen. Das berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg, die sich auf eingeweihte Personen beruft. Demnach wollen die Beteiligten Bedenken im Ministerium ausräumen, durch den Vergleich könne Google andere Unternehmen auf dem Markt für digitalisierte Bücher verdrängen.
Der für die Anerkennung des Vergleichs zuständige New Yorker Richter Denny Chin hat laut dem Bericht rund 400 Eingaben von einzelnen Personen und Organisationen erhalten. Er habe Google und die anderen Beteiligten angesichts der Menge der Eingaben und des daraus zu schließenden öffentlichen Interesses aufgefordert, bis zum 2. Oktober auf einige geäußerte Bedenken zu antworten, berichtet Bloomberg weiter. Eine Anhörung vor dem New Yorker Gericht ist am 7. Oktober geplant.
Google scannt seit 2004 Bücher aus kooperierenden Bibliotheken ein und stellt sie online. Weil dies zunächst ohne ihre Einwilligung geschah, reichte im September 2005 die Autoren-Organisation The Authors Guild eine Sammelklage ein, einen Monat später folgte der Verlegerverband Association of American Publishers. Im Oktober 2008 einigten sich die Beteiligten über den Online-Zugang zu urheberrechtlich geschützten Büchern und Texten. Neben Google-Konkurrenten wie Amazon haben auch das Bundesjustizministerium und die französische Regierung mit einem Schriftsatz in das Verfahren um das Google Book Settlement als Kontrahenten eingeschaltet.
Unterdessen hat Google einen Teil seines Buchindexes für das Unternehmen On Demand Books freigegeben. Dessen "Espresso Book Machine" kann 300 Seiten umfassende Bücher innerhalb von weniger als fünf Minuten drucken. Zunächst soll der Dienstleister laut US-Medien Zugriff auf 2 Millionen Titel haben; falls Richter Chin das "Google Book Settlement" genehmigt, könnte der Katalog wesentlich größer werden. Die "Espresso Book Machines" stehen hauptsächlich in den USA in einigen Bibliotheken und Buchläden sowie beim Internet Archive.
Siehe dazu auch:
(anw)