Infineon-Einstieg ist fĂĽr russische Sistema vom Tisch
Der russische Mischkonzern Sistema hat am Rande der Bilanzpressekonferenz für das zweite Quartal erklärt, keine Pläne einer Beteiligung am deutschen Chipkonzern Infineon mehr zu verfolgen. Der Kurs der Infineon-Aktie hat sich seit März verzehnfacht.
- Peter-Michael Ziegler
Der russische Mischkonzern Sistema hat am Rande der Bilanzpressekonferenz für das zweite Quartal erklärt, keine Pläne einer Beteiligung am deutschen Chipkonzern Infineon mehr zu verfolgen. Zwar habe sein Unternehmen tatsächlich erwogen, rund eine Milliarde Euro in eine zwanzigprozentige Infineon-Beteiligung zu investieren, sagte Sistemas Vizechef und strategischer Leiter des Konzerns, Anton Abugov, am Donnerstag in Moskau, diese Pläne seien inzwischen aber vom Tisch.
Der Münchner Halbleiterkonzern Infineon hatte sich nach Milliardenverlusten über eine Kapitalerhöhung im Sommer wieder in ruhigere finanzielle Gewässer manövriert. Der Aktienkurs zog auch dank einer stärkeren Nachfrage nach Halbleiterprodukten zuletzt kräftig an und ein 20-prozentiger Einstieg hätte die Russen deutlich mehr Geld gekostet als etwa noch im März, als die Infineon-Aktie bei 39 Cent herumdümpelte. Derzeit notiert das Papier, das ab Montag wieder im Leitindex DAX vertreten sein wird, bei 3,77 Euro.
Die 1993 gegründete Sistema-Gruppe, die früher schon einmal wegen eines geplanten Einstiegs bei der Deutschen Telekom von sich reden machte, weist für ihre zahlreichen Firmenbeteiligungen im zweiten Quartal 2009 einen Gesamtumsatz von 4,24 Milliarden US-Dollar aus, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 56 Prozent. Der Quartalsgewinn, in den Konzernangaben zufolge Überschüsse in Höhe von mehr 400 Millionen Dollar aus Wechselkurseffekten einflossen, beläuft sich auf rund 246 Millionen Dollar. (pmz)