Dokumenten-Webportal Scribd soll Copyrights verletzt haben

Die Betreiber der "Social-Publishing"-Website haben nach Meinung einer US-amerikanischen Autorin eine Technik entwickelt, die Copyright-Verletzungen in großem Ausmaß weltweit ermögliche.

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Die US-amerikanische Schriftstellerin Elaine Scott klagt gegen das Dokumenten-Webportal Scribd wegen angeblicher Copyright-Verletzungen. Die Betreiber der "Social-Publishing"-Website, auf der Nutzer Dokumente aller Art hochladen und anderen bereitstellen können, hätten eine Technik entwickelt, die Copyright-Verletzungen in großem Ausmaß weltweit ermögliche, heißt es in der Klageschrift, die beim US-Bundesbezirksgericht im texanischen Houston eingereicht wurde. Scribd profitiere schamlos von den gestohlenen Werken unzähliger Autoren.

Scott habe auf Scribd im Juli ihr 1985 erschienenes Buch "Stocks and Bonds: Profits and Losses, A Quick Look at Financial Markets" zum Download gefunden. Sie behauptet, das Buch sei mehr als hundertmal heruntergeladen worden. Dafür habe sie Scribd nie die Erlaubnis erteilt. Die Website gebe selbst an, ein Werbesystem entwickelt zu haben, durch das neben den gezeigten Publikationen Anzeigen eingeblendet werden könnten; sie sei also profitorientiert.

Die Klägerin wird vertreten von den Anwälten Joe Sibley und Kiwi Camara, die auch Rechtsbeistand der US-Amerikanerin Jammie Thomas-Rasset in ihrem Filesharing-Prozess sind. Die beiden Anwälte haben beim Gericht in Houston Antrag auf Zulassung eines Sammelklageverfahrens eingereicht. Die Scribd-Betreiber bestreiten laut einem Bericht des US-Onlinemagazins CNet, Copyright-Verletzungen zu begünstigen. Dabei berufen sie sich auf Bestimmungen im Digital Millennium Copyright Act (DMCA), nach denen Website-Betreiber unter bestimmten Voraussetzungen nicht für Copyright-Verletzungen ihrer Nutzer verantwortlich gemacht werden können. Diese Bestimmungen halte Scribd ein, das Unternehmen gehe sogar darüber hinaus.

Scribd gibt auf seiner Website an, für die Vorabprüfung von hochgeladenen Dokumenten ein "Copyright Management System" erstellt zu haben. Durch Abgleich mit Titeln, die in einer Datenbank erfasst werden, sollen unautorisiert bereitgestellte Werke ausgefiltert werden. In der Datenbank landen zum Beispiel alle Beschwerden ("Takedown request") von Urhebern, die nicht wollen, dass ihre Werke auf Scribd bereitgestellt werden. Außerdem können Autoren und Verleger vorab ihre Werke in die Datenbank eintragen lassen. Scribd-Nutzer, die wiederholt unautorisiert geschützte Werke hochladen, werden gesperrt. (anw)