Bericht: Telekom sucht nach Expansionsmöglichkeiten in den USA

Der deutsche Konzern spricht laut Medienberichten mit anderen Unternehmen darüber, sich an deren 4G-Netzen zu beteiligen. Dadurch könnte das Unternehmen kostengünstig expandieren.

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Die Deutsche Telekom erkundet in den USA Varianten fĂĽr den Ausbau ihrer Netze der vierten Generation (4G) wie zum Beispiel Wimax. Dabei komme die gemeinsame Nutzung bereits bestehender Infrastruktur wie zum Beispiel des Wimax-Netzes der Sprint-Nextel-Tochter Clearwire in Frage, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Zuvor hatte bereits die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eingeweihte Kreise geschrieben, neben Clearwire komme auch MetroPCS in Frage.

Der Ausbau des 3G-Netzes in den USA habe zwar Vorrang, berichtet die FTD aus dem Konzernumfeld. Das Unternehmen müsse jedoch bereits heute darüber nachdenken, wie es danach weitergehe. Enge Netzpartnerschaften seien eine kostenschonende Alternative zu einem Alleingang in den USA. Ein eigener Netzausbau würde die frei verfügbaren Barmittel drücken, die Telekom-Finanzvorstand Timotheus Höttges dieses Jahr genau im Blick haben müsse.

Analysten erwarten laut FTD, dass es für Höttges schwer werde, das ausgegebene Ziel von 7 Milliarden Euro frei verfügbarer Barmittel zu erreichen. Falls der Konzern diese Marke nicht erreiche, werde es Diskussionen um die Höhe der Dividende geben, was wiederum den Aktienkurs drücken könnte.

Clearwire hat laut Bloomberg im August bekannt gegeben, bis zum Ende des Jahres 2 Milliarden US-Dollar aufbringen zu müssen, um seinen Netzwerkausbau vervollständigen zu können. Die Deutsche Telekom könne Mittel beitragen und im Gegenzug Zugang zu dem Netz bekommen.

Sprint Nextel ist zu 51 Prozent an Clearwire beteiligt. Vor Kurzem war in Medien berichtet worden, die Telekom sei an einer Übernahme von Sprint interessiert. Der Umsatz von T-Mobile – viertgrößter Mobilfunkanbieter in den USA – stagnierte zuletzt, die Kundenwechselrate ist im Jahresvergleich gestiegen, es kommen aber weniger neue Kunden. (anw)