Steve Ballmer betont die Bedeutung der "Cloud"

Der Microsoft-Chef sieht in der Verlagerung von Anwendungen und Diensten ins Internet sowie in neuen Bedienungstechniken zwei fundamentale Entwicklungen in der Computerbranche.

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Microsoft-CEO Steve Ballmer hat sich während seines jüngsten Abstechers ins Silicon Valley in einem Interview mit dem Tech-Journalisten Michael Arrington zu den Plänen seines Konzerns geäußert. Dabei bezeichnete er den Übergang von Anwendungen und Diensten vom Nutzer ins Internet – in die Cloud – und ihre allgegenwärtige Verfügbarkeit als eine "fundamentale Wandlung des Computer-Paradigmas". Er verwies auf seine bereits auf der CES im Januar postulierte Redewendung von den "three screens and the cloud". Darunter versteht Ballmer die Verfügbarkeit von Diensten auf unterschiedlichen Geräten wie zum Beispiel auf Smartphones, dem PC und dem Fernseher.

Die Nutzer verlangten mehr als die herkömmlichen Oberflächen. meint Ballmer. Berührungsempfindliche, auf Sprachbefehle reagierende, mit Kameras ausgestattete Geräte, die Gesten erfassen können, Techniken, die Microsoft im Projekt Natal und in Windows 7 einsetzen will, sieht der Microsoft-Chef ebenfalls als fundamental an; es deute sich ein "Generationswechsel" im Computing an. Zusammen mit Geräten wie vernetzten PCs, Mobiltelefonen und Fernsehern ergebe sich eine integrierte Infrastruktur.

Microsoft sei bereit, andere Unternehmen an seinen Entwicklungen teilhaben zu lassen. Nach Meinung von Ballmer wäre es unvernünftig, wenn sein Unternehmen allein seine eigenen "three Screens" und die Cloud unterstützen würde. Sein Unternehmen müsse sich zwar darauf konzentrieren, seine eigene Infrastruktur zuerst und gut auszubauen und die eigenen Plattformen zu integrieren. Es gebe aber wohl Menschen, die nicht in der Cloud sein oder gar Linux nutzen wollten. Wobei es sich Ballmer nicht verkneifen konnte, die Augen zu verdrehen, als er den Namen des konkurrierenden Betriebssystems aussprach.

Ballmer erteilte Gerüchten eine Absage, sein Unternehmen plane ein Smartphone unter einer eigenen Marke. Für ihn sind alle Segmente, in denen jährlich weniger als 50 Millionen Geräte verkauft werden, in einer Nische angesiedelt. Auf PCs treffe das beispielsweise nicht zu, auf der anderen Seite erwähnt Ballmer Apple, das pro Jahr etwa 30 Millionen iPhones verkaufe. Für Microsoft lohne es sich eher, mit einer Software am Markt vertreten zu sein, die von verschiedenen Herstellern verwendet wird. (anw)