Weitere Medienhäuser testen Bezahlmodelle fürs iPhone
Immer mehr Medienhäuser verlangen für ihre Inhalte von Handynutzern Geld. Bereits vor einigen Jahren aber waren zahlreichen Medienhäuser mit kostenpflichtigen Online-Nachrichten gescheitert.
Immer mehr Medienhäuser verlangen für ihre Inhalte von Handynutzern Geld: Am Dienstag kündigten auch der amerikanische Fernsehsender CNN und das britische Politik-Magazin The Spectator kostenpflichtige Applikationen für das iPhone an. Damit heizen die beiden Unternehmen die Debatte um Bezahlinhalte im Internet weiter an. Kürzlich hatten der Medienunternehmer Rupert Murdoch und die Axel Springer AG angekündigt, im Internet und auf Handys Bezahlschranken aufzubauen. Viele Experten sehen die Erfolgsaussichten solcher Geschäftsmodelle allerdings skeptisch.
Das Wochenmagazin Spectator führt nach einem Bericht der BBC ein Abo-Modell ein. Die Installation des Programms kostet einmalig 0,59 Pfund (rund 0,65 Euro), für den Abruf der jeweiligen Ausgabe werden ebenfalls 0,59 Pfund fällig. Die Abrechnung erfolgt über Apples Online-Laden iTunes. Für die CNN-Applikation müssen Nutzer einmalig 1,99 Dollar (ca. 1,37 Euro) zahlen. Das Programm biete Zugriff auf Artikel, Fotos und Videos, erklärte die Tochterfirma des Medienkonzerns Time Warner in Atlanta.
Auch andere Medienkonzerne wollen mit einer Artikelgebühr ihre Einnahmen steigern. In Deutschland sind Nachrichten-Applikationen fürs iPhone bislang von der Mobileo AG und dem niederländischen Nachrichtenportal nu.nl am Markt – beide kosten einmalig 1,60 Euro. Die Axel Springer AG verlangt für die Premium-Version der Fußball-Plattform MeinKlub ebenfalls 1,60 Euro. Die US-Wirtschaftszeitung Wall Street Journal erhebt ab Ende Oktober wöchentlich zwei Dollar für die Nutzung der Handy-Applikation. Für den Website-Zugriff nimmt das Blatt aus dem Murdoch-Konzern bereits seit Jahren Gebühren.
AOL-Chef Tim Armstrong zeigte sich am Dienstag überzeugt, dass Bezahlinhalte im Internet eine Zukunft haben. "Die Verleger müssen ihren Inhalten aber genügend Wert geben, um den Preis zu rechtfertigen", sagte er in einem Interview, das die Frankfurter Allgemeine Zeitung veröffentlichte.
Die Debatte über Bezahlinhalte ist in den vergangenen Monaten erneut entbrannt. Bereits vor einigen Jahren waren zahlreiche Medienhäuser mit kostenpflichtigen Nachrichten gescheitert. Auch die Werbeerlöse blieben hinter den Erwartungen zurück. Daher startet die Industrie nun einen neuen Versuch, ein tragfähiges Geschäftsmodell für die digitale Welt zu finden. Viele sehen Bezahlmodelle jedoch skeptisch, weil zahlreiche Redaktionen ihre Inhalte weiterhin kostenlos im Netz anbieten.
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(jk)