Nokia verkleinert das Distributionsnetzwerk
Der finnische Handyhersteller wird hierzulande künftig nur noch mit sieben statt 15 Großhändlern direkt zusammenarbeiten. Die neue Struktur stehe im Zusammenhang mit dem Ansatz einer gesamtheitlichen Vertriebsstrategie.
Nicht zuletzt aufgrund rückläufiger Handy-Verkaufszahlen befindet sich der Mobilfunkmarkt nach Einschätzung von Nokia im Umbruch. Zwar können die Hersteller die Einbußen in einzelnen Bereichen mit gefragten Produkten wie Smartphones zumindest teilweise ausgleichen, generell mache der Markt jedoch eine Transformation durch, hin zu Gesamtlösungen, die aus Geräten, Zubehör und dazu passenden mobilen Diensten bestehen. Darauf müsse Nokia mit einer angepassten Vertriebsstrategie reagieren: "Die damit verbundenen Veränderungen haben nicht nur Auswirkungen auf uns, sondern betreffen zwangsläufig auch unsere Vertriebskanäle", erklärte Heikki Tarvainen, Geschäftsführer Nokia Deutschland.
Bereits im Frühjahr habe Nokia die Entscheidungsprozesse angestoßen, die zu einer Überarbeitung der Distributionsstruktur hierzulande notwendig seien. Nun seien in "einem mehrstufigen Analyseprozess, in dem neben den schriftlichen Feedbacks auch persönliche Gespräche mit den Unternehmen für die Entscheidungsfindung einbezogen wurden", die geeigneten Großhandelspartner ausgewählt worden. Von ehemals 15 direkt betreuten Distributoren bleiben künftig noch sieben: Brightpoint, Brodos/My-extra, Brightstar Europe (Tech Data), Chris Keim, Komsa, Mobilcom-Debitel (Freenet) und The Phone House.
Nach Einschätzung von Tarvainen zeichnen sich die sieben durch individuelle Schwerpunkte im Kanal aus und sollen künftig sicherstellen, dass sämtliche Nokia-Produkte am POS "optimal präsentiert und vermarktet werden" – unabhängig vom Umfeld, ob IT, CE oder Telekommunikation. "Die Distribution spielt hier eine Schlüsselrolle", unterstreicht der Nokia-Chef. Aber auch die Unterstützung der "nachgelagerten Vertriebskanäle" soll nicht vernachlässigt. Support in Sachen Marketing, Point-of-Sale und Logistik will Tarvainen auch den indirekt bedienten Partnern weiterhin zur Verfügung stellen.
Wie das Branchenblatt Telecom Handel kürzlich berichtete, hat Nokia aber nicht nur seine Distributionslandschaft grundlegend umstrukturiert, sondern auch das Servicenetzwerk. Von ehemals gut 500 Service-Partnern sollen nur noch rund 100 übrig bleiben – die sogenannten Nokia Care Points. Diese werden entweder direkt vom Hersteller selbst betreut oder über den Nürnberger Dienstleister Service2net. Die Kooperationen mit Partnern wie Arvato Teleservice, Quips oder W-Support.com sollen demnach nicht fortgeführt werden. (map)