Altnet will Kazaa-Anwender "bezahlen"
Mit einer ĂĽberarbeiteten Version seines Altnet-Clients fĂĽr Kazaa will Brilliant Digital Entertainment die Kazaa-Nutzer motivieren, ihren Plattenplatz und Internetbandbreite fĂĽr die Verteilung legaler Inhalte bereitzustellen.
Sharman Networks und Altnet (ein Joint Venture von Brilliant Digital Entertainment und den Entwicklern des von Kazaa genutzten P2P-Netzwerks) wollen laut US-amerikanischen Medienberichten ihre Zusammenarbeit ausweiten. Schon seit gut einem Jahr bietet Altnet "Premium Content" -- sprich DRM-geschĂĽtzten Bezahlinhalt -- im Kazaa-P2P-Netzwerk an, der in die Suchergebnisse eingestreut wird. Die kommende Kazaa-Version soll nun eine ĂĽberarbeitete Altnet-Komponente enthalten. Ziel sei es, so Altnet-Chef Kevin Bermeister, Dateien von den Kazaa-Anwendern verteilen zu lassen und somit einen effizienten und kostengĂĽnstigen Distributionsweg fĂĽr legale Angebote zu schaffen.
Nun wird jedoch kein Anwender freiwillig seine Internetbandbreite und Festplattenplatz bereit stellen, um die Altnet-Angebote zu verteilen. Um Altnet für die Kazaa-Nutzer attraktiv zu machen, will Bermeister sie entschädigen: diejenigen, die dem Service Ressourcen zur Verfügung stellen, sammeln für Uploads so genannte "Peer Points", die sich ähnlich wie die Sammelpunkte einer Payback-Karte eintauschen lassen. Je nachdem wie viele "Peer Points" der Anwender gesammelt hat, winken ihm beispielsweise (zeitlich begrenzte) freie Zugänge für bestimmte Internet-Bezahldienste. Alternativ soll er die Punkte in Lose für eine Tombola unter den Teilnehmern eintauschen können, deren Hauptgewinn etwa ein Auto sein könne -- soweit die Vorstellungen des Altnet-Chefs.
Den Punktestand verwaltet der Anwender über den Kazaa Media Desktop, ebenso wieviel Plattenplatz und Internetbandbreite er dem Altnet-Dienst zur Verfügung stellen will. Die angebotetenen Dateien tauchen wie gehabt als entsprechend gekennzeichnete Suchergebnisse in Kazaa auf. Da gerade im vom Kazaa genutzten Fasttrack-Netz viele "Leecher" zu finden sind (also Anwender, die nur Dateien herunterladen, selbst aus Furcht vor rechtlichen Konsequenzen aber keine anbieten), könnte der Altnet-Service insbesondere DSL-User motivieren, ihre ohnehin weitgehend ungenutzte Upload-Bandbreite freizugeben, um legale Inhalte anzubieten. Dies dürfte jedoch stark davon abhängen, welche Gegenwerte die Anwender tatsächlich für ihre Peer Points bekommen, sonst kann es schnell passieren, dass Altnet weiterhin nahezu unbeachtet im Kazaa-Netz herumdümpelt. (vza)