Videogate schließt die Tore [Update]

Das von der MSH Mediaserve GmbH betriebene Video-on-Demand-Angebot (VoD) Videogate wird im Laufe des Juni eingestellt.

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Das von der MSH Mediaserve GmbH betriebene Video-on-Demand-Angebot (VoD) Videogate wird noch im Laufe des Juni eingestellt. Als Grund dafür gab Torsten Dalitz, Geschäftsführer der Mediaserve GmbH, im Gespräch mit heise online die schlechte wirtschaftliche Lage an, die einen weiteren Betrieb nicht gestatte. Das QSC-Kunden vorbehaltene Angebot habe einfach nicht genug Videofans begeistern können, obwohl Qualität und Filmangebot anderen VoD-Diensten deutlich überlegen waren, wie ein Vergleichstest in c't 3/2003 bestätigte.

Mediaserve führte zwar Gespräche mit anderen Netzbetreibern, es konnte aber keiner eine mit der QSC-Architektur vergleichbare Infrastruktur bieten -- entsprechend ließe sich die bei Videogate eingesetzte Technik nicht ohne deutliche Qualitäts- und Komforteinbußen anpassen. Im Unterschied zu T-Online oder Arcor setzt QSC nämlich auf ein künstlich beschnittenes symmetrisches DSL (SDSL), dass beim Download der VoD-Filme die künstliche Bandbreitenbegrenzung aufheben und das Video mit bis zu 2,3 MBit/s herunterladen kann. Entsprechend konnte das Videovergnügen schon wenige Minuten nach Bestellung losgehen, während man bei T-DSL oder Arcor DSL lange Wartezeiten in Kauf nehmen muss, wenn man ein qualitativ hochwertiges Video (kodiert mit 1 MBit/s) herunterladen will.

Mit Videogate verschwindet nicht nur das in puncto Bildqualität beste Angebot vom Markt, sondern auch das mit dem besten Filmangebot, das weitgehend vom Programm der Telemünchen Gruppe profitierte -- obwohl auch dieses längst nicht die Aktualität "weltlicher" Videotheken erreichte.

Die Telemünchen Gruppe betonte jedoch, dass zwar das derzeitige QSC-Angebot, aber nicht der ihr gehörende Markenname "Videogate" selbst vom Markt verschwinden werde. Lediglich das ohnehin auf knapp ein Jahr befristete Projekt in der Konstellation bestehend aus Telemünchen Gruppe (Markenname "Videogate" und Teile der Inhalte), QSC (technischer Dienstleister), MSH Mediaserve (Betreiber der Website) werde nicht fortgeführt, so Michael Ivert, Leiter des Projekts Videogate und Geschäftsführer der Concorde Home Entertainment gegenüber heise online. Die Telemünchen Gruppe werde ihr Engagement in Sachen VoD aber in jedem Falle fortsetzen und ihr Online-Angebot auch zukünftig unter dem Label Videogate vemarkten -- allerdings mit anderem technischen Unterbau. (vza)