Microsoft-Protokoll-Lizenz weiter in der Kritik

In den USA wird erneut Kritik daran laut, dass sich Microsoft ĂĽber die Auflagen der auĂźergerichtlichen Einigung mit dem US-Justizminsterium zur Offenlegung der Netzwerkprotokolle hinwegsetzt.

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Noch immer scheint Microsoft die Auflagen nicht zu erfüllen, die die außergerichtliche Einigung im Kartellprozess vorsieht. Die Redmonder werden darin angehalten, die Protokolle zwischen Windows-Clients und -Servern zu akzeptablen Bedingungen zu lizenzieren. Zwar hat Microsoft zu Beginn des zweiten Quartals bereits nachgebessert, doch der Konkurrenz genügt das nicht: Die im Vorfeld zu leistende Zahlung von 100.000 US-Dollar, die es ohne anschließende Lizenznahme nur zur Hälfte zurückgibt, sei zu hoch.

Die Washington Post zitiert in ihrer Ausgabe vom vergangenen Freitag den Manager einer Firma mit den Worten, er müsse seine Mitarbeiter erschießen, nachdem sie bei Microsoft Einsicht in die Protokolle genommen haben. Hintergrund der Äußerung ist, dass an einem Protokoll Interessierte bei Microsoft inzwischen vor Ort weiteres Material einsehen können. Das geschehe aber unter so krassen Auflagen, dass ein Mitarbeiter an einem verwandten Projekt nicht mehr mitarbeiten könne.

Außerdem scheint sich Microsoft in den Bedingungen die Freiheit herausgenommen zu haben, einen Prüfer bei den Lizenznehmern vor Ort über die bestimmungsgemäße Verwendung der Informationen wachen zu lassen. Das ist den Lizenznehmern freilich ein Dorn im Auge – schließlich könnten die Remonder so einiges über die Fortschritte der Konkurrenz erfahren. Es dürfte wohl nicht das letzte Mal sein, dass Microsoft von den Wettbewerbshütern ermahnt wird, sein Programm zu Protokoll-Lizenzierung zu überarbeiten.

Der vollständige Bericht der Washington Post ist online zu lesen. (ps)