Apples nächster Streich?

Angeblich bastelt der iPhone-Hersteller an einer GroĂźvariante seines Megaerfolgs im Tafelformat. Ganz unlogisch klingt die Idee nach einigem Ăśberlegen durchaus nicht.

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Nachdem ich bereits seit mehreren Jahren eine iPod touch besessen hatte, wagte ich vor nicht ganz einem halben Jahr den Sprung und besorgte mir endlich ein iPhone. Ich muss sagen, dass ich trotz einiger Unzulänglichkeiten durchaus zufrieden bin. Tatsächlich verändert das Herumtragen eines kompakten und dennoch vollwertigen Internet-Zugangsgeräts sehr viel. So habe ich beispielsweise meine RSS-Nachrichtenströme in der S-Bahn ausgelesen, bevor ich zuhause angekommen bin; von dem ein oder anderen unterhaltsamen Spielchen einmal ganz abgesehen.

Aktuell läuft nun die Gerüchteküche heiß mit Hinweisen darauf, dass Apple eine Art Riesen-iPhone planen könnte - einen Tafel-Rechner (Tablet), der die Vorteile der berührungsempfindlichen Benutzerschnittstelle mit einem größeren Bildschirm verknüpft und damit z.B. auch zum Lesen von digitalisierten Büchern oder Zeitschriften geeignet wäre. Tatsächlich klingt das, wenn man einmal vorurteilsfrei überlegt, gar nicht so weit hergeholt. So habe ich schon des Öfteren das Verlangen verspürt, dass mein iPhone doch etwas größer sein könnte, damit ich nicht ständig so viel scrollen (= mit meinem Finger schmieren) muss. Die 10 Zoll Bildschirmdiagonale, die derzeit für das neue Apple-Gerät kolportiert werden, stellen dabei einen ordentlichen Kompromiss zwischen Transportierbarkeit und Lesbarkeit dar.

Ich stelle mir Apples Tafel vor wie ein iPhone, nur eben auf 10 Zoll (der aktuelle Schirm hat 3,5 Zoll) aufgepumpt. Es müsste mindestens so flach sein wie ein iPod touch - am besten flacher - damit es sich gut halten und verstauen ließe, ein wenig wie ein kleinerer Papierstapel. Die Bedienung/Eingabe von Texten würde höchstwahrscheinlich ähnlich wie beim iPhone vor allem über die Daumen erfolgen, schließlich benötigt man die restlichen Finger, um das Gerät festzuhalten. Bei 10 Zoll ist das tatsächlich denkbar, da die Daumen doch recht weit in Richtung Bildschirmmitte vordringen können. (Bei mehr als 10 Zoll wird es langsam unangenehm.)

Batterien und Bildschirme im passenden Format existieren längst, sie dürften mehrere Stunden am Tag aushalten. An eine Nutzung neuartiger Display-Technologien glaube ich dagegen nicht. Zwar ist E-Ink, wie sie inzwischen bei zahlreichen E-Book-Readern Verwendung findet, eine recht nette Technologie, doch eben nur schwarz-weiß und von den Schaltzeiten her kein bisschen Multimedia-fähig. Nein, ich denke, Apple nutzt ein ganz normales LC-Display samt LED-Backlight - und wird damit Amazon Kindle und Co. mit einfacher Technik rechts überholen, auch wenn das der ein oder andere wie ein Starren in eine Leuchtstoffröhre empfinden wird.

Was die Inhalte anbetrifft, müsste Apple einfach dort weitermachen, wo der Konzern schon so erfolgreich ist: Der iTunes-Laden wird nach Musik, Videos und iPhone-Anwendungen eben um den Verkauf von Büchern, Magazinen und Zeitungen erweitert. Angeblich laufen bereits entsprechende Gespräche mit Verlagen.

Was auch immer kommt, wir werden wohl noch eine Weile warten müssen. Aktuell gehen Beobachter davon aus, dass Apple seine Tafel im Januar 2010 vorstellen könnte - möglicherweise wie beim iPhone sogar ein halbes Jahr vor dem tatsächlichen Erscheinen. (bsc)