Luftfahrtindustrie will klimafreundlicher werden

UNO soll Standards erarbeiten, um einen regionalen Regularien-Flickenteppich zu vermeiden.

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Den größten Teil ihrer Treibhausgase bläst die Menschheit von der Erdoberfläche in die Atmosphäre. Aber auch in den Lüften werden zusätzlich CO2, Ozon und Wasserdampf ausgestoßen – vom Jahr für Jahr wachsenden Flugverkehr. Aus Angst vor einem teuren Flickenteppich aus regionalen Regularien hat die internationale Luftfahrtindustrie nun die UN aufgefordert, eine globale Klimaschutzpolitik für den Luftverkehr in Angriff zu nehmen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Zwei Ziele sind dabei Eckpunkte: Ab 2020 sollen die Treibhausgasemissionen von Flugzeugen nicht mehr ansteigen und bis 2050 um die Hälfte gegenüber 2005 gesenkt werden.Letzteres bleibt zwar hinter dem Reduktionsziel von 80 Prozent zurück, das inzwischen für den Rest der Weltwirtschaft ausgegeben wird. Doch selbst das halten Beobachter noch für zu ehrgeizig. Zwar gibt es einige neue Techniken, die der Luftfahrt helfen könnten. Aber die sind in einer Industrie, die radikale Innovationen eher scheut, nicht so schnell umzusetzen, sagen Experten.

Wächst die Branche jedoch weiter so rasant, werde sie im Jahre 2050 dreimal so viel Flugzeuge einsetzen, die aber nur die Hälfte der heutigen Emissionen verursachen dürfen, sagt Ian Waitz, Luft- und Raumfahrtingenieur am MIT und Leiter der Partnership for Air Transportation Noise and Emissions Reduction. "Das ist eine enorme Herausforderung." Am Ende werde man wohl nicht vermeiden können, dass die Emissionsreduktionen die Flugpreise anziehen lassen und das Wachstum der Luftfahrtindustrie bremsen.

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(bsc)