Microsoft will in Europa gegen Linux Boden gutmachen

Der Softwarehersteller hat neben dem Rahmenvertrag mit Frankfurt nun auch Aufträge der Städte Riga und Turku erhalten, tausende PCs mit Windows auszustatten.

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Von
  • Oliver Lau

Microsoft hat drei Aufträge von europäischen Städten gewonnen, und damit gegen Konkurrenzgebote diverser Linux-Dienstleister bestanden, wie US-Medien berichten. "Das ist ganz klar ein Gegengewicht zu dem ganzen Pro-Linux-Lärm", kommentierte Gary Barnett, Analyst beim Marktforscher Ovum, Microsofts jüngsten Erfolg.

Nach Angaben von Microsoft sollen zusätzlich zum Rahmenvertrag mit der Stadt Frankfurt/Main, der bereits Ende Mai abgeschlossen wurde, die Systeme im lettischen Riga und finnischen Turku mit Windows-Server- und -Desktop-Software ausgerüstet werden. Finanzielle Details der Deals wurden noch nicht bekannt.

Wilfried Grommen, Strategie-Chef für Microsoft EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika), skizzierte die neue Anti-Open-Source-Strategie: "Jetzt, da wir das Linux-Phänomen und seine Bedeutung erkannt haben, müssen wir den Gegenwert unserer Angebote in ein neues Licht rücken. Die Welt besteht nicht nur aus Open Source und Linux. Das müssen wir wohl erstmal klarstellen."

Der Softwaremulti hatte in der letzten Zeit mit derben Rückschlägen gegen die Open-Source-Gemeinde zu leben. Die Redmonder verloren die Ausschreibung, die Stadt München mit 14.000 PCs auszustatten, wurden vom bayrischen Vermessungsamt vor den Kopf gestoßen, buhlten mit Sonderfonds um die Gunst der Kunden und wollten mit Dumpingpreisen für ihr Betriebssystem Windows und das Büropakte Office die Anerkennung der thailändischen Behörden ergattern. Und auch in der Schweiz zogen die Eidgenossen am Bundes- und am Versicherungsgericht Star Office der Büro-Software von Microsoft vor. Die Verträge, die Microsoft dagegen nun unter Dach und Fach bringen konnte, geben der Ansicht von Bill Gates eine Basis: Der Microsoft-Mitgründer sieht seine Firma nicht durch einen Preiskampf mit Linux gefährdet. (ola)