Nanotech-Unternehmen hoffen auf grĂĽne Anwendungen
Ralf Zastrau, Vorstandsvorsitzender der saarländischen Nanogate AG, meint, der Hype der vergangenen Jahre um die Nanotechnik sei vorbei.
Die vor zehn Jahren gegründete Firma Nanogate aus dem Saarland gehört inzwischen zu den etablierten Playern in der Nanotechnik. Die wurde in den späten Neunzigern vor allem mit hochtrabenden Visionen in Verbindung gebracht. Im Interview mit der Online-Ausgabe von Technology Review äußerte sich nun Ralf Zastrau, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, zur aktuellen Marktsituation. Demnach ist der Hype der vergangenen Jahre erst einmal vorbei; Nanotechniken hätten sich aber in einzelnen Branchen etabliert und würden längst in die Entwicklungsprozesse eingespeist.
Besonders erfolgreich seien Nanoprozesse bei den Oberflächentechniken. "Die kann man heute sehr gut in vorhandene Produktionsprozesse integrieren, das geschieht besonders in der Autoindustrie und in der Medizintechnik. Man veredelt bekannte Materialien mit neuen Eigenschaften." Als Zukunftstechniken sieht Zastrau die grüne Nanotechnik an, mit der etwa Energie oder CO2 eingespart werden könnten.
Die Finanzierung forschungsintensiver Unternehmen sei allerdings zuletzt schwieriger geworden, erklärt Zastrau. "Als Start-up bekommen sie kaum eine Finanzierung. Und da ist Europa noch stärker von betroffen als die USA, weil hier die Venture-Capital-Kultur nicht so ausgeprägt ist."
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(bsc)