Gericht billigt Worldcom-Vergleich über 750 Millionen Dollar
MCI, als WorldCom für den größten Bilanzskandal der US-Geschichte verantwortlich, musste zudem langfristige Prognosen nach unten korrigieren.
Der US-Telecomkonzern MCI, der noch unter dem Namen WorldCom für den größten Bilanzbetrugsskandal in der US-Geschichte sorgte, muss nun insgesamt 750 Millionen US-Dollar an die geschädigten Aktionäre zahlen. Ein Bundesrichter billigte einen Vergleich zwischen dem Unternehmen und der amerikanischen Wertpapier- und Börsenaufsicht SEC.
Der Betrag liegt 250 Millionen US-Dollar über der ursprünglich von der Aufsichtsbehörde und WorldCom vereinbarten Entschädigungssumme von 500 Millionen Dollar in bar -- der Richter hatte aber bereits im Vorfeld signalisiert, dass er diese Summe als zu gering bewerte. Die zusätzlichen Mittel sollen in Form von Aktien der Nachfolgegesellschaft gezahlt werden, wenn MCI aus dem Insolvenzverfahren herauskommt. Nach dem grünen Licht durch Bundesrichter Jed Rakoff vom Montag muss auch das Insolvenzgericht noch dem Vergleich zustimmen. Die WorldCom/MCI-Aktionäre und andere Geschädigte können trotz der Vereinbarung zwischen der SEC und MCI weiterhin selbst auf Schadenersatz klagen.
Parallel zu dem Gerichtsbeschluss gab MCI bekannt, dass man die Umsatz-Prognosen für 2005, die der Konzern vor rund drei Monaten im Rahmen des Insolvenzverfahrens abgeben hatte, nun doch um drei Milliarden US-Dollar nach unten korrigieren müsse. Zwar laufe das Geschäft mit Großkunden normal, aber bei den Umsätzen mit kleineren Firmen und Privatkunden werde es unter anderem durch Paketangebote und Preissenkungen bei Highspeed-Internetzugängen auch in den kommenden Quartalen Einbrüche geben. (jk)