Bauarbeiten für Brandenburger Chipfabrik gehen weiter

Die Arbeiten auf der Baustelle für das größte Investitionsvorhaben in Ostdeutschland waren im Dezember wegen Finanzierungsproblemen eingestellt worden.

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Von
  • Jürgen Kuri

Auf der Baustelle der Chipfabrik in Frankfurt (Oder) werden sich nach Informationen der Berliner Morgenpost nach monatelanger Pause am Donnerstag wieder die Baukräne drehen. Der Sprecher der Betreiberfirma Communicant, Wulf Buschardt, habe den offiziellen Weiterbau der Fabrik bestätigt, heißt es in dem Bericht. Die Fertigteile würden bis dahin geliefert sein.

Die Arbeiten auf der Baustelle für das größte Investitionsvorhaben in Ostdeutschland waren im Dezember eingestellt worden. Der Bürgschaftsausschuss von Bund und Land hat aber immer noch nicht entschieden, ob die von Communicant beantragte 80-prozentige Bund-Länder-Bürgschaft für den 650-Millionen-Dollar-Kredit eines internationalen Bankenkonsortiums genehmigt wird. Von ihr hängt die Verwirklichung des 1,3-Milliarden-Euro-Projekts mit rund 1300 Arbeitsplätzen ab.

Anfang Juni hatten die drei Investoren -- Intel, das Emirat Dubai und die Investitionsbank des Landes Brandenburg -- einen Vertrag zur Sicherung des erforderlichen Eigenkapitals unterzeichnet. Communicant begründete den Weiterbau trotz des finanziellen Risikos damit, dass sich sonst "das technologische Zeitfenster schließt". In letzter Zeit hatte es immer wieder Diskussionen darum gegeben, ob durch die Verträge mit den Investoren nicht ein technologischer Ausverkauf vereinbart worden sei.

Ende 2003 soll der Bau fertig gestellt sein und die Chip-Produktion Ende 2004 aufgenommen werden. Das Werk soll mit Verfahren für Silizium-Germanium-Kohlenstoff-Strukturen (SiGe:C) arbeiten; die entsprechenden Techniken wurden vom Institut für Halbleiterphysik (IHP) in Frankfurt (Oder) in Zusammenarbeit mit Motorola entwickelt. Hergestellt werden sollen in der Foundry SiGe:C-BiCMOS-Halbleiter in einem 0,18-µm-Prozess für Kommunikationsanwendungen. (jk)