T-Mobile recycelt Handys für einen guten Zweck

Der Mobilfunkbetreiber nimmt alte und defekte Handys zurück und spendet für jedes Gerät fünf Euro an die Deutsche Umwelthilfe.

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Von
  • Oliver Lau

Ähnlich wie der Konkurrent Vodafone startet der Mobilfunkbetreiber T-Mobile eine Aktion für Handy-Recycling. Wer sein altes Gerät nicht mehr benötigt, kann es überall dort abgeben, wo man T-Mobile-Verträge schließen kann. Oder man nimmt sich von dort ein vorgefertigtes Kuvert mit, tütet das Handy ein, und schickt es unfrei an den Logistikpartner Greener Solutions. T-Mobile spendet je zurückgegebenem Handy einen Betrag von fünf Euro an die Deutsche Umwelthilfe. Nach Angaben von T-Mobile gegenüber heise online soll die Recycling-Aktion unbegrenzt laufen.

Es spielt bei der Aktion keine Rolle, wo und mit welchem Mobilfunkvertrag der Kunde das Handy erworben hat. Auch der optische beziehungsweise technische Zustand des Geräts ist unerheblich. Funktionstüchtige Handys, die an der Sammelstelle inklusive Akkuladegerät ankommen, werden nach Angaben eines T-Mobile-Sprechers aussortiert, überprüft und nach Möglichkeit vom Logistikpartner zur Verwendung an Dritte-Welt-Länder weitergeleitet. Die übrigen Geräte würden in Einzelkomponenten zerlegt und der Wiederverwertung zugeführt. Greener Solutions sorgt laut T-Mobile für die fachgerechte Entsorgung des übrig gebliebenen Schrotts.

Auf dem deutschen Mobilfunkmarkt zirkulieren derzeit nach Angaben von dpa 120 bis 130 Millionen Handys. Davon seien nur die Hälfte im Einsatz, denn Mobiltelefone werden meist nach einer Lebensdauer von 18 bis 24 Monaten ausgetauscht. Dies entspricht in der Regel der Vertragslaufzeit bei einem Anbieter. Bis 2005 sollen zu den derzeit vorhandenen 60 Millionen Althandys weitere 35 Millionen hinzukommen.

Hierdurch entsteht jährlich Elektronikschrott im Volumen von 5000 Tonnen, der fachgerecht entsorgt werden muss. Handys enthalten unter anderem Schadstoffe wie Arsen, Cadmium, Kupfer, Blei, Nickel, Zink und Quecksilber -- vor allem in Einzelteilen wie der Leiterplatte und der Flüssigkristall-Anzeige. Nach einer EU-Richtlinie von Ende 2002, die noch in nationales Recht der EU-Mitgliedsländer umgesetzt werden muss, müssen die EU-Staaten bis 2005 flächendeckende Rücknahmesysteme aufgebaut haben. Dadurch sollen Verbraucher ihre Elektro- und Elektronik-Altgeräte kostenlos abgeben können. Zehn Hersteller von Mobiltelefonen hatten ebenfalls Ende vergangenen Jahres ein freiwilliges Abkommen für die umweltgerechte Entsorgung von Alt-Handys unterzeichnet. (ola)