Vodafone D2 verlängert Handy-Recycling-Aktion
Der Mobilfunkbetreiber verlängert die nach eigenen Angaben sehr erfolgreiche Rücknahmeaktion alter und defekter Handys auf unbestimmte Zeit.
Elektronikschrott vermeiden, der Umwelt dienen und dann noch etwas für einen guten Zweck tun: Mit diesen Argumenten forderte Mobilfunkbetreiber Vodafone D2 im April Besitzer alter oder defekter Handys auf, diese dem Recycling zuzuführen. Die zunächst auf 100 Tage zeitlich beschränkte Aktion soll nun wegen des nach Angaben von Vodafone großen Erfolgs auf unbestimmte Zeit fortgeführt werden.
Insgesamt 65.000 Handys trafen beim Recycling-Partner Greener Solutions ein oder wurden in Vodafone-Shops abgegeben, heißt es am heutigen Mittwoch bei Vodafone. Da Vodafone für jedes zurückgegebene Handy einen Betrag in Höhe von fünf Euro an eine gemeinnützige Aktion spenden wollte, sind durch die Aktion immerhin 325.000 Euro zusammengekommen.
Besonders überrascht sei man vom Engagement vieler Unternehmen gewesen, heißt es bei Vodafone. Zahlreiche Unternehmen hätten Mitarbeiteraktionen gestartet und dabei Zehntausende alter Handys gesammelt. "Die ersten hundert Tage haben gezeigt, dass es einen großen Bedarf an Handy-Recycling gibt. Deswegen setzen wir die Aktion unbefristet fort. Denn Nachhaltigkeit ist das Leitmotiv bei unserem Engagement für die Umwelt und Mitbürger", betonte Jürgen von Kuczkowski, Vorsitzender der Geschäftsführung von Vodafone D2.
Und so soll es gehen: In jedem Vodafone-Shop liegen kostenlose Recycling-Tüten aus. Wer dort keine mehr findet, kann sie unter der kostenfreien Service-Nummer 08 00-1 72 12 12 anfordern. Der Rückgabewillige beschriftet die Tüte mit seinem Namen und seiner Adresse, und gibt sie mit dem Alt-Handy im Shop ab oder wirft sie in den Briefkasten. Der Recycling-Partner sortiert die funktionstüchtigen Handys aus, damit sie in Ländern der Dritten Welt weiterverwendet werden können. Die restlichen Alt-Handys werden in ihre Einzelkomponenten zerlegt und dann entweder wiederverwertet oder fachgerecht entsorgt.
Auf dem deutschen Mobilfunkmarkt zirkulieren derzeit nach Angaben von dpa 120 bis 130 Millionen Handys. Davon seien nur die Hälfte im Einsatz, denn Mobiltelefone werden meist nach einer Lebensdauer von 18 bis 24 Monaten ausgetauscht. Dies entspricht in der Regel der Vertragslaufzeit bei einem Anbieter. Bis 2005 sollen zu den derzeit vorhandenen 60 Millionen Althandys weitere 35 Millionen hinzukommen.
Hierdurch entsteht jährlich Elektronikschrott im Volumen von 5000 Tonnen, der fachgerecht entsorgt werden muss. Handys enthalten unter anderem Schadstoffe wie Arsen, Cadmium, Kupfer, Blei, Nickel, Zink und Quecksilber -- vor allem in Einzelteilen wie der Leiterplatte und der Flüssigkristall- Anzeige. Nach einer EU-Richtlinie vom Ende vergangenen Jahres, die noch in nationales Recht der EU-Mitgliedsländer umgesetzt werden muss, müssen die EU-Staaten bis 2005 flächendeckende Rücknahmesysteme aufgebaut haben. Dadurch sollen Verbraucher ihre Elektro- und Elektronik-Altgeräte kostenlos abgeben können. (ola)