Spieleschmiede CDV entlässt Mitarbeiter

Mit dem Karlsruher Spiele-Vertrieb und -Produzenten reiht sich eine weitere Softwareschmiede in die Kette der krisengebeutelten Unternehmen ein.

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Der Karlsruher Softwarevertrieb und -Produzent CDV hat nach längeren Spekulationen etwa 20 Mitarbeiter im Hauptsitz in Karlsruhe entlassen oder die Fortführung von Jahresverträgen ausgeschlossen. Milene Rijcken, PR-Managerin bei CDV, bestätigte zumindest die Entlassung von zwei Mitarbeitern aus dem Einkauf. Die Abteilung sei einem anderen Bereich zugeordnet worden. Die nicht fortgeführten Verträge mochte Rijcken nicht bestätigen. Nach Informationen aus gut unterrichteten Kreisen sind bei CDV direkt aber wesentlich mehr Mitarbeiter von Stellenabbau betroffen.

Diesen Schritten liegt vermutlich eine Restrukturierung des Unternehmens zu Grunde, denn die Zahlen fĂĽr das erste Quartal 2003 deuteten derartige Schritte schon an. So dĂĽrften viele Mitarbeiter mit der Entlassung bereits gerechnet haben. In den vergangenen anderthalb Jahren wurden laut Rijcken rund 100 Mitarbeiter neu eingestellt. Das Unternehmen hat nun rund 150 Mitarbeiter. CDV machte im ersten Quartal einen Verlust auf EBIT-Basis von 0,3 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr ein EBIT-Gewinn von 0,5 Millionen Euro anfiel. Das Ergebnis nach Steuern war ebenfalls negativ: Ein Minus von 0,1 Millionen Euro verglichen mit einem Plus von 0,3 Millionen Euro im Vorjahr.

Mit den Entlassungen reiht sich eine weitere deutsche Spieleschmiede in die immer länger werdenden Kette von krisengebeutelten Softwareunternehmen ein. CDV Software konnte mit Spielen wie Sudden Strike, Heaven and Hell oder Shoogo in den vergangenen Jahren nur mäßige Akzente im Spielesektor setzen. Anscheinend hat sich die Firma nun beim Versuch übernommen, in der Welt der "ganz großen" Marktführer Fuß zu fassen. Nach bislang offiziell unbestätigten Berichten sollen einige Titel, die bereits geplant waren, nun auf Eis gelegt oder ganz beendet werden. (anw)