WLAN-Engpässe: Im Westen nichts Neues
Mit einer Mitteilung über WLAN-Engpässe rührt das Grenobler Institut d'Informatique et de Mathématiques Appliquées die WLAN-Trommel, erzählt aber wenig Neues.
Mit einem Communiqué de Presse rührt das Grenobler Institut für Informatik und angewandte Mathematik (IMAG) die WLAN-Trommel: Vier Forscher haben WLAN-Funknetze untersucht und festgestellt, dass auf dem Shared Medium Funkkanal die langsamste Station den Gesamtdurchsatz der Funkzelle dominiert. Diese Erkenntnis ist so brandneu jedoch nicht: Die WLAN-Chiphersteller kennen das Phänomen und haben auch schon Lösungsansätze im Portfolio, weil der Effekt mit dem Aufkommen der schnellen WLANs immer stärker auffällt.
Schaltet eine Station, die sich am Reichweitenrand einer Funkzelle befindet, auf niedrige Geschwindigkeit zurück -- 802.11b geht herunter bis auf 1 MBit/s brutto --, um die Verbindung überhaupt halten zu können, so braucht sie gegenüber Clients mit besserem Empfang eine erheblich längere Sendezeit, um die gleiche Datenmenge über den Funkkanal zu übertragen. Umgekehrt muss auch ein Access Point für diese Station extra langsam senden.
Während der langsamen, relativ gesehen lang dauernden Phase können nun die schnelleren Clients nicht auf das Medium zugreifen. In der Folge sinkt der Gesamtdurchsatz in der Funkzelle. Auch das IEEE sieht da Verbesserungspotenzial und hat schon vor drei Jahren den Ergänzungsstandard 802.11e (Quality of Service in WLANs) auf den Weg gebracht, der bestimmten Anwendungen wie Audio oder Video eine Mindestdatenrate garantieren soll.
Wie der Medienzugriff bei WLAN funktioniert, was das für den Durchsatz bedeutet und was beispielsweise Intersils Nitro in der Praxis bringt, erläutert ein Artikel in der kommenden Ausgabe 18/2003 von c't (ab dem 25. August im Handel). (ea)