Flash-Speicher: Gedächtnislücken durch hohe Nachfrage
Der Boom bei MP3-Spielern sorgt für erhöhte Nachfrage nach Flash-Chips und unerwartete Nebenwirkungen.
Der fast 25 Jahre alte Walkman mit Compact-Kassette ist out, MP3-Spieler im Streichholzschachtelformat sind heute die angesagten Mobilmusikboxen für alle, die sich ihr Wunschprogramm selbst zusammenstellen. Doch die steigende Nachfrage könnte zu einem unschönen Nebeneffekt führen: Die Hersteller gehen angeblich dazu über, als Speicher auch Flash-Chips zweiter Wahl einzubauen, die bei der Produktion von Markenware für Speichermodule ausgesondert werden und im Halbleiter-Spotmarkt günstig zu haben sind. Laut silicon.com haben diese Chips eine um 20 bis 30 Prozent reduzierte Datenhaltesicherheit und könnten beim Auslesen schon recht früh Lesefehler produzieren, was beim Abspielen von MP3-Dateien zu Aussetzern, Störgeräuschen oder Abbrüchen führen würde.
Solche Praktiken sind aus dem PC-Bereich bekannt: Steigende Nachfrage für RAM lockte schon früher Fälscher auf den Plan, die minderwertige Ware als Markenprodukt ausgeben. Während mangelnde Speichersicherheit beim MP3-Player "nur" ärgerlich ist, könnten nicht erkannte Speicherfehler auf dem PC -- etwa in wissenschaftlichen Arbeiten -- erheblich unangenehmere Auswirkungen haben. (ea)