Neues Implantat verspricht feinere Prothesensteuerung
Forscher der University of Michigan wollen Signale direkt an durchtrennten Nervenzellen abfragen.
US-Forscher haben mit Muskelzellen besetzte Implantate geschaffen, die Menschen mit Amputationen bald eine feinere Kontrolle ihrer Prothesen erlauben könnten. Das Konstrukt, das an der University of Michigan entwickelt wurde, besteht aus klitzekleinen Bechern, die aus einem elektrisch leitfähigen Polymer aufgebaut sind und in die Nerven hineinwachsen können. Die darüber abgesetzten elektrischen Signale können dann zur Bewegung einer Prothese verwendet werden, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
"Die Technik könnte eine elegante Methode darstellen, künstliche Gliedmaßen mit sehr feinen Bewegungen zu steuern", meint Rutledge Ellis-Behnke, Forscher am MIT, der die Studie kennt. "Statt einem großen, unintelligenten Stück Kunststoff, das an den Körper geschnallt wird, wäre das dann ein integriertes Werkzeug, das sich fast wie ein echter Teil des Körpers anfühlt."
Das neue Interface, das von dem plastischen Chirurgen Paul Cederna und seinen Kollegen entwickelt wurde, nutzt transplantierte Muskelzellen. Werden Gliedma0en abgetrennt, sprießen die ursprünglich damit verbundenen Nerven weiter und suchen nach neuen Muskeln, um sich mit ihnen zu verbinden. "Die Nerven senden ständig Signale dort hin, um der Hand zu sagen, was sie tun soll, auch wenn sie gar nicht mehr da ist", sagt Cederna. "Wir können diese Signale interpretieren und sie zur Steuerung einer Prothese nutzen."
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(bsc)