Microsoft: Neue Konkurrenz für Cisco & Co.
Mit zunehmender Verbreitung von Voice-over-IP-Diensten und Anwendungen könne sich Microsoft immer weiter auf das angestammte Feld der Telecom-Ausrüster vorwagen, meinen die Marktforscher von IDC.
Glaubt man den Untersuchungen der Marktforscher von IDC, erwächst den etablierten Telecom- und IP-Carrier-Ausrüstern wie Cisco, Siemens, Nortel, Lucent oder Alcatel ein neuer Konkurrent. Und der ist nicht etwa ein wackeliges Startup, sondern kann bereits auf eine äußerst solide wirtschaftliche Basis bauen: Mit zunehmender Verbreitung von Voice-over-IP-Diensten und Anwendungen auf Basis des Session Initiation Protocol (SIP) könne sich Microsoft immer weiter auf das angestammte Feld der Telecom-Firmen vorwagen.
Auch wenn sich Internet-Telefonie und VoIP bei den Endkungen bislang nicht durchsetzen konnten, so bauen doch immer mehr Telekommunikationsfirmen bereits auf eine vereinheitlichte Infrastruktur auf IP-Basis, über die intern auch die Telefongespräche der Kunden geleitet werden. Durch neue Dienste wie beispielsweise vereinheitlichte Kommunikationsmöglichkeiten für Endverbraucher mit beliebigen Geräten, Integration von Telefonie in die Desktop-Rechner oder automatischer Weiterleitung der Kommunikationsdienste an den vom Endkunden gewünschten Ort würden aber auch neue Marktchancen für VoIP eröffnet. Genau bei diesen Diensten könnte Microsoft mit eigenen Angeboten punkten -- und damit zumindest in einem Zeitrahmen von mehreren Jahren zur ernsthaften Konkurrenz für die bisherigen Lieferanten von Telefonie-Anlagen (PBX) auf IP-Basis werden, meinen die IDC-Analysten.
IDC bezeichnet in dem Report "Beyond Telecom Chaos: Rethinking Next-Generation Services in the VoIP Environment" den Desktop-Rechner als zentrale Schnittstelle für zukünftige Telefonie-Systeme und damit auch als eines der zentralen Elemente der künftigen Carrier-Märkte. Microsoft sei hier zwar traditionell stark -- noch aber hätten die Telecomausrüster einige Jahre Zeit, sich auf diese Situation einzustellen. Sie müssten aber ihre bisherigen Konzepte für die erweiterten Dienstleistungen und die Anwendungen auf diesem Gebiet angesichts der potenziellen Konkurrenz aus dem IT-Sektor überdenken. Ob den Telecom-Ausrüstern aber wirklich noch so lange Zeit bleibt wie von IDC vermutet, wird sich zeigen müssen: Denn Microsoft scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und verstärkte jüngst sein Engagement bei VoIP. (jk)