Musik-Raubkopierer drohen Haft und Geldstrafe
Die Operation Buccaneer der US-Strafverfolger entwickelt sich nicht nur für die US-Software- und Filmbranche, sondern auch für die Musikindustrie zu einem Beispiel für erfolgreiches Vorgehen gegen Raubkopierer.
Die Operation Buccaneer der US-Strafverfolger entwickelt sich nicht nur für die US-Software- und Filmbranche, sondern auch für die Musikindustrie zu einem Beispiel für erfolgreiches Vorgehen gegen Raubkopierer. Ende 2001 hatten Justiz- und Zollbeamte in den USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Finnland und Norwegen mit etwa 100 Durchsuchungsaktionen den bis dahin größten Schlag gegen den Vertrieb von raubkopierter Software über das Internet geführt. Vor allem Warez-Dealer, die raubkopierte Software vertrieben hatten, wurden dingfest gemacht -- aber auch gegen Film-Raubkopierer wie die Gruppe DrinkorDie gingen die Behörden vor.
Nun muss zum ersten Mal ein Musik-Raubkopierer mit Strafe rechnen, der im Rahmen der Operation Buccaneer ermittelt wurde. Die Ankläger beim US-Justizministerium erklärten, der 21-jährige Mark Shumaker, ehemals Chef der Apocalypse Crew, habe sich für schuldig erklärt. Die Gruppe hatte noch nicht veröffentliche Alben, an die sie etwa über Rezensionsexemplare von CDs gelangten, gesammelt und als MP3s unter anderem über einen eigenen IRC-Channel verbreitet.
Die Höchststrafe für Shumaker kann in fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe von 250.000 US-Dollar bestehen. Das Urteil in dem Verfahren wird am 7. November verkündet. Die Strafverfolger und die Musikbranche hoffen natürlich, dass dieser Fall ein deutliches Signal an die User schickt: Man könne nicht urheberrechtlich geschütztes Material von Musikern klauen und glauben, dies ließe sich im Internet anonym betreiben, betonte US-Staatsanwalt Paul McNulty. "Wir können dich finden, wir werden dich finden, und wir werden dich bestrafen", drohte McNulty. Shumaker ist einer von 22 Angeklagten, die bislang in Folge der Operation Buccaneer vor Gericht gebracht oder bereits verurteilt wurden. (jk)