US-Bundesstaaten wollen gegen MCI klagen
Der Generalstaatsanwalt von Oklahoma will Anklage gegen den in den größten Bilanzbetrug der US-Geschichte verwickelten Telekommunikations-Konzern erheben.
Der Generalstaatsanwalt von Oklahoma will eine Anklage gegen den in einem Insolvenzverfahren befindlichen Telekommunikations-Konzern MCI, den früheren Firmenchef Bernard Ebbers und fünf andere Personen erheben, berichtet das Wall Street Journal. MCI, die früher als WorldCom firmierte, ist in den größten Bilanzbetrug der US-Geschichte in Höhe von elf Milliarden US-Dollar verwickelt.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmen und mehreren ehemaligen Mitarbeitern nach Angaben der Zeitung eine Verletzung des Wertpapiergesetzes Oklahomas vor. Das Land wolle beweisen, dass WorldCom und sechs Einzelpersonen, darunter Ebbers, den Investoren absichtlich Falschinformationen über die Gesellschaft hätten zukommen lassen. Diese habe das Unternehmen dann zum Aktienverkauf verwendet.
Das Vorgehen des Landes sei ungewöhnlich. Die Bundesbehörden hätten bereits mehrere Einzelpersonen des Betrugs beschuldigt, aber nicht das Unternehmen selbst, weil dieses bei den Untersuchungen kooperierte. Der Schritt Oklahomas könne auch andere Bundesstaaten zu eigenen Untersuchungen und Klagen veranlassen, schrieb die Zeitung -- einige Staaten hätten bereits dahingehende Ermittlungen eingeleitet.
Es sei unklar, welche Auswirkungen die strafrechtliche Klage oder selbst eine Verurteilung auf die Bemühungen MCIs haben würde, aus dem Schutz des Insolvenzgerichts herauszukommen. Gerade erst hatte der vom Gericht beauftragte MCI-Kontrolleur Richard Breeden in einem Report die Ansicht vertreten, der Konzern habe gute Chancen, im Herbst aus dem Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Konkursrechts herauszukommen. Breeden meinte auch, dass neue Anschuldigungen über angeblichen Tarifbetrug die Sanierung von MCI kaum aufhalten könnten -- sie seien möglicherweise nur Versuche der Konkurrenz, den Konzern weiter zu destabilisieren. (jk)