IFA

Strategiewechsel beim DigitalRadio

Nicht mehr die direkte Ablösung des analogen FM-Radios steht im Vordergrund, sondern dessen schrittweise Übernahme durch DAB.

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DigitalRadio, eine Wortschöpfung der Initiative Marketing Digital Radio (IMDR) für den Übertragungsstandard Digital Audio Broadcasting (DAB), soll deutlich sanfter in den Markt eingeführt werden, als ursprünglich geplant. Hieß es vor zwei Jahren noch "Good bye UKW", setzt die IMDR auf der diesjährigen IFA eher auf eine sanfte Revolution durch kombinierte Analog-/Digitalgeräte: "Geräte mit Kombituner bieten den Kunden die Möglichkeit, die Vorzüge von DigitalRadio parallel zum bestehenden UKW-Radio zu entdecken", so Helmut Egenbauer, Vorstandsvorsitzender der IMDR anlässlich einer Pressekonferenz.

Nach Aussagen von Annika Nyberg, der Präsidentin des WorldDAB-Forums sei das Henne-und-Ei-Problem inzwischen überwunden. Besonders in Großbritannien hat sich ein Markt entwickelt, seit die BBC mit speziellen Spartenprogrammen ausschließlich digital auf Sendung gegangen ist. Auch in Deutschland hat man aus Fehlern gelernt: Statt wie bisher Programmanbieter zu fördern, die ohnehin über UKW auf Sendung sind und so dem Kunden eine digitale Kopie des analogen Radios anzubieten, wird nun auf frische Radiokonzepte gesetzt, die nur via DAB zu empfangen sind.

Als momentaner Flaschenhals bei der Einführung von DAB wurden die Hersteller ausgemacht. Die Geräte-Vielfalt hat sich nicht so entwickelt, wie man es sich erhofft hat: War auf der IFA 2001 noch von 90 Endgeräten die Rede, spricht man heute noch von 50. Im Handel ist DigitalRadio oftmals ein Fremdwort. Für die Zukunft zeigt sich die IMDR dennoch optimistisch: "Das Geld liegt auf der Straße", so Peter Zimmer, Leiter Regional bei T-Systems Media&Broadcast Berlin, der über die Lage von DAB in der Hauptstadt berichtete. Schließlich haben die Hersteller bei Abschaltung des analogen Hörfunks einen gigantischen Austauschmarkt vor sich: WorldDAB-Präsidentin Annika Nyberg rechnete für Deutschland mit einem Austauschvolumen von 150 Millionen Geräten zu jeweils 50 Euro – das sollte Anreiz genug sein. (sha/c't) / (mw)