Fujitsu: Kein weiterer Jobabbau in Deutschland geplant
Das ehemalige deutsch-japanische Gemeinschaftsunternehmen Fujitsu Siemens Computers kommt bisher ohne weitere Einschnitte durch die Wirtschaftskrise. "Wir haben uns von 700 Mitarbeitern in Deutschland trennen müssen. Es deutet sich derzeit nicht an, dass es mehr werden", sagte Speichersparten-Chef Helmut Beck in einem Interview.
Das ehemalige deutsch-japanische Gemeinschaftsunternehmen Fujitsu Siemens Computers kommt bisher ohne weitere Einschnitte durch die Wirtschaftskrise. "Wir haben uns von 700 Mitarbeitern in Deutschland trennen müssen. Es deutet sich derzeit nicht an, dass es mehr werden", sagte Speichersparten-Chef Helmut Beck der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX auf einer Branchenmesse in Frankfurt. In einzelnen Bereichen seien sogar neue Mitarbeiter eingestellt worden. "Das Geschäft zieht wieder an."
Der japanische Elektronikkonzern Fujitsu hatte Anfang des Jahres seinen deutschen Partner Siemens ausbezahlt und führt das Gemeinschaftsunternehmen seitdem solo fort. Aus Fujitsu Siemens Computers wurde Fujitsu Technologie Solutions . Die Deutschen sind seitdem konzernweit für das Geschäft mit leistungsstarken Firmenrechnern und Speichersystemen zuständig. Im Zuge des Umbaus fielen aber auch 1000 der zuvor 10.500 Arbeitsplätze weg, der Großteil davon in Deutschland.
Die deutsche Fujitsu profitiert laut Beck stark von der engeren Anbindung an die japanische Mutter: "Die zwei Geburtsfehler von Fujitsu Siemens sind nun behoben: Dass wir nicht global aufgestellt waren und dass wir zu wenig Services angeboten haben." Zu Siemens-Zeiten war das Unternehmen die Nummer eins unter den Computerherstellern in Europa. Auch auf vielen privaten Schreibtischen standen die Geräte "Made in Augsburg". Doch die asiatischen Konkurrenten sorgten mit Dumpingpreisen für herbe Einbrüche. "Wir bauen auch weiterhin PCs, haben uns aber aus dem Billigsegment zurückgezogen." Genaue Geschäftszahlen veröffentlicht das Unternehmen schon seit fast zwei Jahren nicht mehr.
Trotz erster Lichtblicke bleibt Beck vorsichtig. "Viele Firmen habe ihre IT-Budgets gekürzt. Viele Firmen haben zudem Probleme, Kredit zu bekommen." Die Nachfrage nach immer mehr größeren Datenspeichern dauere zwar an. Das Wachstum habe sich aber im Vergleich zur Boomzeit halbiert. Hinzu kommt ein Preiskampf. "Alles dreht sich derzeit um Kosten", sagte Beck. "Bei vielen Kunden muss sich die Investition schon nach einem Jahr rechnen." Existenzielle Sorgen macht sich der Speichersparten-Chef allerdings nicht: "Wir können auch ein schwächeres Quartal überstehen." (pmz)