Projektion auf die Retina

Der japanische Elektronikkonzern Brother arbeitet an einer Brille mit eingebautem Dreifarb-Laser.

vorlesen Druckansicht 195 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Die Idee klingt wie aus einem Science Fiction-Film: Statt auf ein gewöhnliches Display zu schauen, soll der Büromensch von Morgen die von seinem PC generierten Bilder direkt auf die Netzhaut gebeamt bekommen. Der Vorteil: Niemand benötigt mehr einen Riesenschirm, um Aufnahmen im Großformat zu betrachten – und unterwegs lässt sich die Technik, bei der die Privatsphäre des Trägers jederzeit gewahrt wird, ebenfalls nutzen.

Der japanische Mischkonzern Brother, hier zu Lande vor allem für seine Drucker und Multifunktionsgeräte bekannt, will diese Vision nun verwirklichen: Mit einem so genannten "Retinal Image Display" (RID), einem Bildschirm, der ohne große Umwege in die Retina strahlt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Die Idee, Bilder indirekt auf die Netzhaut zu projizieren, existiert bereits seit längerem, allerdings ist Brother die erste Firma, der die Herstellung einer zuverlässigen Vollfarbvariante gelang, die klein genug ist, um sie auch bequem zu tragen. Damit das möglich ist, nutzt Brother Laserdioden, die die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau zu einem Bild zusammensetzen. Die dabei eingesetzte Solid State-Technik wurde von dem Technologiekonzern so verkleinert, dass das RID insgesamt nur noch ein Zwanzigstel des Volumens früherer Prototypen einnimmt. Das Bild wird über einen MEMS-Spiegel auf die Netzhaut gelenkt und erzielt in etwa die Größe eines 16-Zoll-Displays im Abstand von einem Meter.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)